Freiberufler Worauf Selbstständige bei der Steuererklärung achten müssen

Steuerdaten für das Finanzamt .- in Zukunft werden es noch mehr.

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Betriebsausgaben, Betriebsvermögen, Vorauszahlung, Sonderabschreibungen: Selbstständige trifft bei der Steuererklärung das härteste Los. Trotzdem lässt sich mit ein paar Kniffen Geld sparen.

Von Larissa Holzki

Freiberufler haben keinen Arbeitgeber, der im Laufe des Jahres von ihrem Einkommen Lohnsteuer einbehält. Stattdessen zahlen sie Ihre Einkommensteuer voraus - und zwar beruhend auf dem Ergebnis des Vorjahres. Dennoch ergeben sich viele Möglichkeiten, bei Anschaffungen zu sparen. Im Zweifelsfall kann sich der Gang zu einem Steuerberater bezahlt machen.

Selbstständige müssen ihre Steuererklärung grundsätzlich elektronisch machen. Die Formulare finden Sie in den gängigen Steuerprogrammen oder Sie registrieren sich kostenlos im Elster-Online-Portal. Dort können Sie die Formulare ausfüllen und direkt abschicken. Neben dem Mantelbogen müssen sie die Anlage S ausfüllen. Wer mehr als 17 500 Euro Einnahmen im Jahr erzielt, ist außerdem verpflichtet, seine Betriebseinnahmen und -ausgaben in die Anlage EÜR (Einnahmen-Überschuss-Rechnung) einzutragen. Alle anderen können Einnahmen und Ausgaben formlos gegenüberstellen.

Die komplizierte Frage: Geschäftlich oder privat?

Alle Kosten, die einem Selbstständigen entstehen, wenn er Gewinne machen will, sind als Betriebsausgaben von der Steuer absetzbar. Dazu gehört zum Beispiel die Miete für das Büro, Büromaterial, Telefongebühren, Ausgaben für Rechtsberatung und Fahrtkosten. Anwälte, Architekten, Krankengymnasten und Künstler können dabei selbstverständlich sehr unterschiedliche Bedürfnisse darlegen. Betriebskosten können in der Regel im gleichen Jahr voll von der Steuer abgesetzt werden.

Viele Freiberufler arbeiten von Zuhause aus. Wer seine Berufstätigkeit hauptsächlich in den eigenen vier Wänden ausübt, kann die Kosten für sein Arbeitszimmer komplett von der Steuer absetzen. Wer nur ab und zu die eigene Wohnung als Arbeitsplatz nutzt, kann bis zu 1250 Euro als Betriebsausgaben geltend machen. Oftmals geht in solchen Fällen auch die private und berufliche Nutzung von Dienstleistungen und Einrichtungsgegenständen durcheinander. Zu wie viel Prozent beispielsweise der Internet- oder Telefonanschluss für die berufliche Tätigkeit in Gebrauch ist, muss dann in der Steuererklärung geschätzt werden.

Wie das Arbeitszimmer ist auch das Auto für viele Selbstständige sowohl Privatvergnügen als auch notwendiges Mittel, um den Lebensunterhalt zu verdienen. Fahren Freiberufler mit dem privaten PKW beispielsweise zu einem Kunden, können sie die Strecke notieren und sich später 30 Cent pro gefahrenen Kilometer anrechnen lassen. Kommt es auf einer beruflichen Fahrt zu einem Unfall, können Sie die Folgekosten als Betriebsausgaben verrechnen. Sie sollten jedoch beweisen können, dass Sie den Wagen zum Zeitpunkt des Unfalls für Geschäftszwecke genutzt haben.

Überwiegen die beruflichen Fahrten, wird das Auto als Betriebsvermögen eingestuft. Das ist mit Vorteilen verbunden, denn dann erkennt das Finanzamt auch die Kosten für Sprit, Werkstatt und Versicherung als absatzfähige Betriebskosten an. Wenn Sie gewissenhaft Fahrtenbuch führen, können Sie den Wagen auch bei geringerer geschäftlicher Nutzung als Betriebsvermögen ausweisen. Denken Sie aber gut nach, bevor Sie das Auto in den Betrieb überführen. Denn wenn Sie es später verkaufen wollen, hält der Staat beim Geschäftswagen die Hand auf - der Veräußerungsgewinn wird besteuert.

Weiterbildung und Altersvorsorge

Egal ob Zweitstudium, Weiterbildung oder Tagungen - Berufsausbildung wird staatlich unterstützt. Ausgaben für Kursgebühren, Anreise und Verpflegung unterwegs lassen sich gegen die betrieblichen Einnahmen rechnen.

Beiträge zur privaten Altersvorsorge sind zwar keine Betriebskosten, können die Steuerlast von Freiberuflern aber teilweise mindern. Wie viel im Einzelnen angerechnet wird, brauchen Sie nicht zu recherchieren. Haben Sie Ihre Kosten voll angegeben, berechnet das Finanzamt den entsprechenden Prozentsatz.

Beiträge und Spenden

Auch die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung, Kirchensteuer, Spenden, Mitgliedsbeiträge, Kosten für Kinderbetreuung und Unterhalt sollten Sie in der Steuererklärung nicht vergessen. Denn diese sind als Sonderausgaben absetzbar. Als außergewöhnliche Belastungen sind zum Beispiel die Ausgaben für die Bestattung eines nahen Verwandten, das Pflegeheim der Eltern oder eine Scheidung absetzbar.