Für die Mittelmeerländer zahlen oder ein Ende des Euro in Kauf nehmen? Die griechische Krise offenbart eine fundamentale Schwäche der europäischen Finanzpolitik.
"Nur bei Ebbe sieht man, wer nackt badet", lautete der Kommentar des amerikanischen Großinvestors Warren Buffett zur Lage, nachdem die Weltwirtschaftskrise begonnen hatte. Die lakonische Bemerkung gilt allerdings nicht nur für Unternehmen, wie wir mittlerweile wissen, sondern auch für Staaten. Das neueste Beispiel dafür heißt Griechenland.
Die Finanzkrise in Griechenland zeigt ein grundlegendes Problem des Euro auf: Er wird nicht durch eine einheitliche Politik gestützt. (© Foto: AFP)
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Nach Irland ist Griechenland das zweite Mitglied der Eurozone, das durch die Krise an den Rand des Staatsbankrotts geriet. Irland konnte seine Probleme durch eine gleichermaßen entschlossene wie schmerzhafte Sanierungspolitik selbst lösen, nicht zuletzt, weil die Wirtschaft an sich gesund war.
Irland ist mittlerweile auf dem Weg der Besserung. Die Lage Griechenlands ist eine andere. Eine Sanierung der Wirtschaft dieses Eurolandes wird sehr viel schwieriger sein und tiefer reichen müssen.
Denn nicht nur interne finanzielle Ungleichgewichte müssen abgebaut werden, sondern es bedarf ebenfalls eines Realitätsschocks für das gesamte politische System und das Sozialsystem, nachdem man dort über eine so lange Zeit die Realität ausgeblendet und über seine Verhältnisse gelebt hat. Das Land wird sich faktisch neu erfinden müssen.
Weitere Wackelkandidaten
Dennoch kann die EU ihr Mitglied Griechenland weder in den Staatsbankrott schlittern lassen noch dem Internationalen Währungsfonds überantworten, sondern sie wird ihm bei Sanierung und Neuanfang helfen müssen.
Denn Griechenland ist nicht der einzige Wackelkandidat in der Eurozone - Portugal, Spanien und Italien wären wohl die nächsten, die von den Finanzmärkten attackiert würden. Dem Euro würde dann aber das Scheitern drohen, und damit wäre zum ersten Mal in seiner Geschichte das gesamte europäische Integrationsprojekt ernsthaft gefährdet.
Das eigentliche, hinter der griechischen Krise stehende Problem ist ein sehr viel ernsteres, weil es dabei um die fundamentale Schwäche des Euro geht: Er wird nicht durch die Politik einer Regierung abgestützt.
Die sogenannten "Maastricht-Kriterien", die die Verschuldung eines Staates auf drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts begrenzen, haben sich bereits recht früh nur als bedingt praxistauglich erwiesen, ebenso die daran festgemachten Überwachungsinstrumente.
Auf jeden Fall waren die Regeln von Maastricht niemals für jenen "perfekten Sturm" ausgelegt, wie er am 15. September 2008 mit der Pleite von Lehman Brothers ausgelöst wurde.
Der Euro, der sich in dieser Krise als das entscheidende Instrument zur Verteidigung europäischer Interessen erwiesen hat, wird jetzt einem Härtetest unterzogen, der auf den weichen politischen Kern seiner Konstruktion zielt: die nicht ausreichende politische Integration der EU. Es geht also für die EU um sehr viel mehr als um die Zahlungsfähigkeit Griechenlands.
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@ Silvio-gesell:
"Die BRD ist eine GmbH. Mit Personal (-Ausweis). Haftet mit 25 000 EURO. Kein einziger Rechtstitel, keine Urkunde, nichts ist seit 1990 gültig. Die "Finanzagentur GmbH", welche unsere Steuern eintreibt und verwaltet (kraft welchen Rechtes eigentlich?) kein Organ eines souveränen, im Sinne des Völkerrechtes eigenständigen Staates. "
was für Weisheiten. Muß ein starkes Kraut gewesen sein.
@ bbinder77: manchen ist keine geistige Verrenkung zu groß um das eigene Unvermögen zu entschuldigen. Wie schön, daß es noch Phantasten gibt.
wie war das mit den "demokratischen" Wahlen in Afghanistan gleich wieder?
Und war das bei uns? Da passiert das gaaaaaanz bestimmt nicht, denn die eindeutige Mehrheit der (nicht)Wähler ließ sich weder von der Krise noch von Bundestagswahlen beeindrucken.
Ach wie glaubwürdig das wieder ist.
was von "Rechten" faseln, nachdem sie sich bei jeder Wahl konstant weigern, die "richtige" Regierung zu wählen. Allein dafür müßte man diese Spitzbuben schon an die Chinesen verkaufen.
der hat sie als "EU-Bürger" schon gar nicht. Wenn wir keine Nationalversammlung haben durften, wie soll ein solchermaßen nicht legitimierter Staat dann über eine EU-Verfassung abstimmen?
Dieses Widerspruches bewußt, hat man uns Deutsche daher auch nicht über die EU-Verfassung abstimmen lassen.
Wir existieren völkerrechtlich gar nicht. Und wer nicht existiert, der kann nicht abstimmen. Egal auf welcher Ebene!
Wir befinden uns im Krieg! Unsere Armee hat ein fremdes Land besetzt. Haben wir das legitimiert?
Die Griechen sind pleite und haben ihre Souveränität inzwischen ebenfalls verloren. Faktisch. Aber als Volk existieren sie wenigstens noch.
Paging