Die Finanzämter kontrollieren bald 16 Millionen Rentner. Viele wird das kalt erwischen, sie werden nachzahlen müssen. Und daran ist nichts falsch.
Post vom Finanzamt verheißt selten Gutes, mancher Rentner wird daran in nächster Zeit unsanft erinnert werden. Im Briefkasten wird er dann in Schriftform die Frage finden, warum er eigentlich in den vergangenen Jahren keine Steuererklärung gemacht hat, trotz Betriebsrente, trotz Überweisungen aus der privaten Leibrentenversicherung, trotz Einnahmen aus Mietwohnungen. Viele Rentner wird das kalt erwischen, sie werden nachzahlen müssen. Und daran ist nichts falsch.
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Denn die Nachzahlung trifft nur jene Rentner, die mehr als 19.000 Euro im Jahr an Rente erhalten - und das auch nur für einen Teilbetrag, der darüber hinausgeht. Viele von ihnen waren schon vor der Neuregelung steuerpflichtig.
Damit wird es wirklich teuer nur für jene, die ein dickeres Polster für den Ruhestand haben als die meisten. Sie dürften durch die Nachzahlung kaum in Armut fallen. Auch ist nichts verwerflich daran, dass das Finanzamt, wie bei jedem anderen Steuerbürger auch, offene Steuern einzutreiben versucht. Dazu ist es da.
Insofern verwundert die harsche Kritik von Sozialverbänden. Eine Rückfrage von Finanzbeamten ist noch lange keine Vorverurteilung; auch geht es nicht um eine Verfolgung der säumigen Steuerzahler, sondern um die Nachforderung längst fälliger Beträge.
Gleichzeitig müssen aber die Finanzämter beweisen, dass sie zu jenem "Augenmaß" fähig sind, das sie vorab versprochen haben. Es kann kaum Sinn der Überprüfung sein, für Kleckerbeträge nachträglich Steuererklärungen zu verlangen. Das ist weder den betroffenen Rentnern noch den Finanzämtern zuzumuten. Alle anderen dagegen werden ihren Teil zum Gemeinwesen beitragen müssen.
- Finanzämter prüfen Einkünfte Rentner müssen Steuern nachzahlen 02.08.2009
- VdK zu Steuernachzahlungen "Das kann eine vierstellige Summe werden" 02.08.2009
- Blutbad von Schwalmtal: Urteil Nicht therapierbar 13.04.2010
- Urteil gegen Geiselnehmer Rentner müssen in Haft 23.03.2010
- Studie zur Rente Der Osten verliert den Anschluss 17.03.2010
- Prozess in Wuppertal "Drogen-Oma", 85, schmuggelte Heroin 16.02.2010
- Prozess um entführten Steuerberater "Saudumm gegrinst" 08.02.2010
(SZ vom 03.08.2009/woja)
Hass auf Homosexuelle
bleibt mir ein Rätsel. Vielleicht hat es doch etwas mit Klischees zu tun. Nur am Rande: in meinem bisherigen Berufsleben war ich schon angestellt, im öffentlichen Dienst und bin jetzt selbständig.
Natürlich darf das Alter - ich bin übrigens älter als Sie - keinen Einfluss auf die Bemessung der Steuern haben. Oder meinen Sie damit, dass jemand, der kurz vor der Rente schon abgesichert ist, mehr Steuern zahlen sollte als jemand, der sich alles erst aufbauen muss? Bedenkenswerter Vorschalg, aber angesichts der demographischen Verhältnisse wohl kaum mehrheitsfähig.
Auch wenn ich besserwisserisch erscheine: Bei den direkten Steuern haben Sie etwas durcheinander gebracht. Direkte Steuern sind Einkommensteuer, Kapitelertragsteuer, Körperschaftsteuer. Mehrwertsteuer dagegen ist eben gerade keine direkte Steuer. Gemeint haben Sie wohl Verbrauchssteuern, die in gewisser Weise schon ihren Charme haben, z. B. bei der Kfz-Steuer, die direkt auf die Mineralölsteuer als Verbrauchssteuer umgelegt werden sollte: Wer viel säuft und raucht soll auch selber dafür bezahlen!
Um Steuergerechtigkeit zu erreichen, genügen Verbrauchssteuern das bei weitem nicht. Das Pfund Butter kostet für den Reichen gleich viel wie für den Armen. Deshalb muss ein Bezug zu Einkommen/Vermögen geschaffen werden und der geht nur in einem System, in dem die genannten direkten Steuern angewendet werden. Übrigens bin ich der Meinung, dass Einkünfte aus Arbeit niedriger belastet werden müssen als solche aus Besitz/Erbschaft etc.
Was das "faseln" betrifft will ich mal nicht so sein ...
@p2511:
so wie Sie argumentieren, kann, drängt sich das mit der Beamtenseele einfach auf, nix für ungut.
Nu zu Ihren Punkten:
- Natürlich zahlt ein Rentner Steuern, wenn er einkaufen oder Tanken fährt.
- Dass das Alter des Steuerzahlers wurscht ist, kann man hoffentlich Ihrem jugendlichen Leichtsinn zuschreiben.
- Die einzig gerechte Steuer wäre eine direkte Steuer wie die MWst., da sind wir nicht weit auseinander.
Und wenn Sie hier noch einmal etwas von "intellektueller Durchdringung" faseln, antworte ich nicht mehr.
DW
Na gut, dann eben noch mal was zur intellektuellen Durchdringung:
1. Stimmt, ein Rentner muss sowohl tanken wie auch einkaufen - Ihrer Argumentation folgend muss er dann also auch Steuern zahlen?
2. Welche Beamtenseele? Ich jedenfalls bin keine, je nach Interpretation eher das Gegenteil. Und wenn Sie meinen, mit einem banalen Vorurteil zu besseren Argumenten zu kommen, bitte ...
3. Was ist nicht fair? Dass ein- und dasselbe Einkommen nicht zweimal mit der gleichen Steuerart besteuert wird? Das finde ich hingegen ausgesprochen fair! Oder finden Sie, dass mehr differenziert werden müsste: Jemand, der als 70-Jähriger 2000 Euro aus der gesetzlichen Rentenversicherung bekommt, muss keine Steuern zahlen, wer hingegen selbst für die Altersvorsorge aufkommenmusste und 2000 Euro aus einer vermieteten Immobilie erhält, diese dagegen voll versteuern. Das kann doch wohl nicht Ihr Ernst sein. Eine gerechte Besteuerung kann nur von der Höhe des Einkommens abhängig sein, nicht vom Alter des Empfängers!
4. Falls Sie meinen vorherigen Beitrag gelesen haben müsste Ihnen doch aufgefallen sein, dass Mehrwertsteuer und Besteuerung von Einkünften welcher Art auch immer eben nicht gleichgesetzt werden. Ein bisschen intellektuelle Durchdringung erwarte ich in einem Forum wie diesen eigentlich schon.
50 Euro Steuern und Abgaben (AN+AG-Anteil) bezahlt und dann für die ihm ausgezahlten 70 Euro tanken geht, der zahlt nochmals fast 50 Euro Mineralöl-, Umwelt- und Mehrwertsteuer. Wenn er dann aus Kummer einen Kredit aufnimmt und dafür eine Flasche Korn kauft, der durchbricht an diesem Tag die Schallmauer von 100 Prozent Steuer- und Abgabenlast.
"Nur noch was zur Doppelbesteuerung. Ich geh mit meinem versteuerten Geld einkaufen (19%) ich geh mit meinem versteuerten Geld tanken (~70%)."
Und? Muss ein Rentner weder tanken noch einkaufen?
und noch was zur "intellektuellen Durchdringung": nur weil die Beamtenseele meint, es genüge vollauf, dass nicht "ein- und dasselbe Einkommen nicht zweimal mit der gleichen Steuerart besteuert wird", heisst das noch lange nicht, dess es fair ist. Wer Rentenbesteuerung mit Mehrwertsteuer gleichsetzt, leidet wohl wirklich unter zu seichter "intellektueller Durchdringung".
DW
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