Die Chinesen sehen in der Eurokrise eine Chance, mit relativ wenig Einsatz große Gewinne für ihre staatlichen Industriekonzerne zu erzielen. Der Einsatz sind warme Worte oder ohnehin nötige Veränderungen der Währungsreserven.
Der Weihnachtsmann aus China hat dem Euro ein Geschenk gebracht. Sein Land unterstütze "finanzielle Stabilität" in der Eurozone, sagte Vizepremier Wang Qishan kurz vor Weihnachten in Peking. China habe "konkrete Maßnahmen" unternommen, um einigen Mitgliedsländern der Europäischen Union (EU) bei ihrem Kampf gegen die Schuldenkrise zu helfen, so Wang. Da es derzeit nicht viele Menschen gibt, die so warm über den Euro reden, rasten Wangs Worte schneller um die Welt als der berühmte Schlitten aus Finnland.
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"Kann China Santa Claus für den Euro spielen?", fragte das US-Magazin Fortune auf seiner Webseite. Bislang ist Pekings Beitrag zur Lösung europäischer Probleme zwar signifikant, aber doch sehr überschaubar. (© REUTERS)
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Am Tag darauf, zwei Tage vor Heiligabend, berichtete eine portugiesische Zeitung, China wolle vier bis fünf Milliarden Euro für portugiesische Staatsanleihen ausgeben. Der Euro unterbrach daraufhin kurz seine Talfahrt gegenüber dem Dollar, und auch die Börsen reagierten positiv. "Kann China Santa Claus für den Euro spielen?", fragte das US-Magazin Fortune auf seiner Webseite.
Als Retter nur bedingt tauglich
Die Antwort ist ernüchternd. Weihnachtsgeschenk hin oder her, China taugt nur bedingt zum Retter für strauchelnde Länder wie Griechenland oder Portugal. Zwar hat Peking seit einigen Jahren mit einer Diversifizierung seiner Währungsreserven begonnen. Doch die Investitionen in europäische Anleihen seien bislang eher gering, sagen Experten. "Die Chinesen haben einen kleinen Betrag griechischer Anleihen gekauft, mehrere hundert Millionen Euro - das ist eher unbedeutend -, und vielleicht ein paar Milliarden Euro portugiesische Schuldpapiere", zitiert die Nachrichtenagentur AFP Patrick Artus, Chefvolkswirt der französischen Bank Natixis.
Auch der Bericht der portugiesischen Wirtschaftszeitung Jornal de Negocios, demzufolge China im ersten Quartal 2011 auf Auktionen oder dem sekundären Markt portugiesische Schuldscheine im Wert von vier bis fünf Milliarden Euro erstehen wolle, blieb zunächst unbestätigt. Weder Chinas Zentralbank noch die chinesische Regierung äußerten sich zu dem Bericht. Was China in Zukunft tun oder lassen wird, weiß niemand so recht. Bislang ist Pekings Beitrag zur Lösung europäischer Probleme zwar signifikant, aber doch sehr überschaubar.
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Liebe Moderatoren, wenn in dem Artikel geschrieben steht"Auf 2648 Billionen Dollar belaufen sich die Währungsreserven, das ist fast so viel wie das gesamte deutsche Bruttoinlandsprodukt 2009," dann scheint das ein heftiger Druckfehler zu sein. Oder irre ich mich da? Warscheinlich fehlt da ein Komma!
Hallo,
da bist Du mir zuvorgekommen. Die SZ-Edelferdern am Werk - ein Wahnsinn.
Gruß,
Hardy
"Auf 2648 Billionen Dollar belaufen sich die Währungsreserven (...) fast so viel wie das gesamte deutsche Bruttoinlandsprodukt 2009".
Das deutsche BIP in 2009 betrug 2404,40 MILLIARDEN Euro, und eine Milliarde ist genau ein Tausendstel einer Billion. Offenbar wieder ein Übersetzungsfehler (US engl. billion = dt. Milliarde), der aber ob dieser astronomischen Summe jedem Wirtschafts-/Finanzjournalisten sofort auffallen müsste.
Liebe SZ, bitte gehen Sie doch im Wirtschafts-/Finanzteil mit Zahlen sorgfältig um, denn hier kommt es durchaus auf Genauigkeit (vor allem in dieser Größenordnung) an.