Finanzen kompakt Deutschland verfehlt Maastricht-Kriterien

Deutschland hat im vergangenen Jahr die Defizitquote des Maastricht-Vertrags knapp verfehlt. Die Neuverschuldung lag bei 3,3 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP), teilte das Statistische Bundesmat mit. In absoluten Zahlen betrug das Defizit von Bund, Ländern und Kommunen 82 Milliarden Euro.

Die Statistiker korrigierten damit vorläufige Berechnungen. Mitte Januar waren sie noch von einer Neuverschuldung von mehr als 88 Milliarden Euro ausgegangen. Das hätte 3,5 Prozent des BIP ausgemacht. 2009 hatte die Defizitquote bei 3,0 Prozent gelegen, angesichts der Wirtschafts- und Finanzkrise war für 2010 aber mit einem höheren Defizit gerechnet worden.

Es ist das erste Mal seit fünf Jahren, dass Deutschland die EU-Verschuldungskriterien nicht einhielt. Diese erlauben eine maximale Neuverschuldung von drei Prozent des BIP.