Ehepaare und eingetragene Partner Was ist wichtig für die Steuererklärung?

Ehepaar ARCHIV - Die Silhouette eines frisch vermählten Hochzeitspaares (Foto vom 21.06.2008). Foto: Patrick Pleul/dpa (zu dpa 'Wenn Familiennamen zum Fall für den Richter werden' vom 02.10.2014) +++(c) dpa - Bildfunk+++

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Familien und Partnerschaften werden in Deutschland mit dem Splittingtarif gefördert - vor allem, wenn sich einer um Haus und Familie, der andere um das Einkommen kümmert. Für manche kann es aber günstiger sein, auf das Splitting zu verzichten. Wen das betrifft und welche Steuerklassen Sie wählen sollten.

Von Larissa Holzki

Ehepaare und eingetragene Lebensparter können sich vom Finanzamt wie ein einziger Steuerpflichtiger behandeln lassen: Sie geben nur eine Steuererklärung ab und erhalten nur einen Steuerbescheid. Was praktisch klingt, ist für die meisten Paare auch günstiger, vor allem, wenn ein Partner deutlich mehr verdient als der andere. Es gibt aber auch Fälle, in denen eine Einzelveranlagung finanziell sinnvoller ist.

Jahr für Jahr können Ehegatten und eingetragene Partner neu entscheiden, ob sie zusammen oder getrennt veranlagt werden wollen. Bei einem Paar, das gemeinsam Steuern zahlt, wird das sogenannte Splittingverfahren angewandt. Das heißt: Die Einkünfte werden zwar getrennt ermittelt, dann jedoch zusammengerechnet. Schließlich wird für die Hälfte des gemeinsamen Einkommens die Steuer berechnet und mal zwei genommen.

Wann sich Splitting lohnt

Die Summe ist in der Regel niedriger als bei der Einzelveranlagung, weil die Steuern in Deutschland mit steigendem Einkommen nicht proportional steigen, sondern Besserverdiener einen höheren Prozentsatz ihres Verdienstes an den Staat zahlen müssen. Beim Splittingverfahren verzichtet der Partner mit dem niedrigen Einkommen auf ein bisschen was von seinem Steuervorteil, der Partner mit dem höheren Anteil wird dafür deutlich besser gestellt. Die Faustregel lautet: Verdienen beide Partner gleich viel, nützt ihnen das Splittingverfahren nichts. Sorgt einer allein für das Familieneinkommen, profitiert das Paar maximal. Bei der Zusammenveranlagung haften beide Partner gemeinsam für die laut Steuerbescheid fällige Steuer, unabhängig davon, wer wie viel verdient.

Ein Rechenbeispiel: Eine Ehefrau verdient 13 350 Euro im Jahr, ihr Mann bekommt ein Jahresgehalt von 66 650 Euro. Zusammen haben sie folglich ein Familieneinkommen von 80 000 Euro. Im Splittingverfahren wird dieses durch zwei geteilt. Gemäß der Grundtabelle (hier) sind 40 000 Euro mit 8 940 Euro zu versteuern. Nimmt man diese Zahl mal zwei, erhält man den Steuerbetrag, den das Paar zusammen zahlen muss, nämlich 17 880 Euro (Diese Berechnung können Sie auch mit einem Blick in die Splittingtabelle (hier) verkürzen). Getrennt veranlagt ergäbe sich hingegen eine Steuerlast von 942 Euro für die Frau plus 19 754 Euro für den Mann, also insgesamt 20 696 Euro. Durch das Splittingverfahren sparen die beiden 2 816 Euro.

Achtung: Ihre Einkommenssteuer kann höher ausfallen als Grund- oder Splittingtabelle besagen, nämlich dann, wenn Sie Einkünfte haben, die dem Progressionsvorbehalt unterliegen. Dazu gehören zum Beispiel Arbeitslosen-, Kranken-, Mutterschafts- und Elterngeld. Eine vollständige Aufstellung ist im Paragrafen 32b des Einkommensteuergesetzes (hier) nachzulesen. Mit dieser Liste können Sie Ihre Einkommensteuer nach dem Verfahren der Einzel- und Zusammenverlanlagung hier selbst berechnen.