Der Status des Dollars als Leitwährung ist stark angekratzt. Die Zeit ist reif für ein neues Weltwährungssystem.
Die Russen wollen es, die Chinesen auch, die Araber sowieso - doch im Westen hört bisher kaum jemand richtig hin: Es geht um ein neues Weltwährungssystem, eines, das unabhängiger ist vom amerikanischen Dollar, der umso mehr an Vertrauen verliert, je länger die Krise dauert.
Ein aktueller Zehn-Dollar-Schein: Die Leitwährung schwächelt. Staaten wie Russland und China fordern bereits ein neues Währungssystem, das unabhängig vom Dollar funktioniert. (© Foto: AP)
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Doch wie könnte solch eine Alternative aussehen? Russen und Chinesen haben vor drei Monaten die sogenannten Sonderziehungsrechte (SZR) des Internationalen Währungsfonds als Ersatz für die bisherige Leitwährung ins Gespräch gebracht. Einige Ölstaaten um Saudi-Arabien planen sogar eine Währungsunion, um wenigstens in der Region unabhängiger vom Dollar zu werden.
Denn der Dollar gilt inzwischen vielfach als unzuverlässiger Schwächling: Mit jeder Milliarde, die die Regierung und die Notenbank in Washington zur Krisenbekämpfung ausgeben, wird der Ton der Dollar-Kritiker forscher. Chinesische und russische Regierungsvertreter ließen die US-Regierung wissen, dass sie weniger amerikanische Staatsanleihen kaufen wollen. Dabei brauchen die USA die Kredite dringender denn je.
Versiegen die Geldströme aus Peking und Moskau, können die Amerikaner ihre Konjunkturprogramme nicht mehr bezahlen - es sei denn, sie werfen die Notenpresse an. Doch das führt in die Inflation. Auf ihrem ersten Gipfeltreffen am Dienstag sprachen sich die großen Aufsteiger-Länder China, Indien und Brasilien deshalb ebenfalls für eine neue Reservewährung aus.
Noch hat der Westen es in der Hand, die neue Weltfinanzordnung mitzugestalten. Derzeit sind die Machtverhältnisse so, dass Amerikaner und Europäer einen kontrollierten Übergang zu einem Währungssystem ebnen könnten, das auf breiterer Basis als dem Dollar steht, aber nicht ganz von der alten Ordnung abweicht. Ausgangspunkt könnten die Sonderziehungsrechte sein. Der Wert dieser Kunstwährung müsste an einen repräsentativen Korb von echten Währungen gekoppelt werden.
Lesen Sie auf der nächsten Seite, worin die Gefahr eines unkontrollierten Wechsels zu einer neuen Leitwährung besteht - und warum die Ablösung des Dollars sinnvoll ist.
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Surfrider Beach in Malibu
Und wollte den Öl-Handel weltweit mit Euro abwickeln!
14 Tage später wurde der Irak von G.W. Bush bombardiert!
Damals war das Geld alles andere als stabil.
Schon zu römischen Zeiten gab es Inflation, als die Kaiser anfingen, den Silbergehalt von Münzen zu vermindern. Die Differenz zwischen dem Nennwert der Münze und dem Wert des Edelmetalls (die Seigniorage) ist dann der Gewinn des Staates, so lange, bis jeder anfängt, Edelmetall zu horten und keiner mehr Münzen akzeptiert.
Auch zu Zeiten der Wirtschaftskrise 1929ff. gab es massiv Zölle. Die Weltwirtschaft hat das nicht stabiler gemacht, wie wir wissen.
@dunnhaupt: China geht es im Moment darum, das der Dollar nicht abstürzt, da es auf einem immensen Haufen an Dollar Devisen sitzt.
Mathematisch ausgedrückt : Dollar nix mehr Wert sein = Haufen futsch :-)
Die Meldung das China weniger US-Schatzbriefe kaufen wird, würde ich nicht als Meldung am Rande abtun. Möglicherweise wird hier bereits ein Ausstiegsszenario angepeilt.
ist stabil geblieben, weil die exportstarken Länder Asiens sowie die Rohstoffexporteure - vor allem die Ölstaaten - auf riesigen Dollarbeständen sitzen und fürchterliche Angst haben, dass die an Wert verlieren könnten.
Tatsächlich haben China und die USA eine Art "mexican standoff" geschaffen, also eine Situation, in der jeder den anderen bedroht und deswegen keiner Handeln kann.
Schmeißen die Amerikaner die Notenpresse an, verliert der Dollar an Wert und die Chinesen verkaufen. Verkaufen die Chinesen, verliert der Dollar an Wert und China verliert mindestens Buchgeld. Verliert der Dollar an Wert, steigt die Inflation in den USA, der Import verteuert sich und geht zurück. Geht der Import in die USA zurück, sinkt der Export der Chinesen usw.
Keiner kann gewinnen, deswegen halte beide Seiten das System stabil. Und deswegen werden auch nach wie vor Dollarbestände gekauft.
Eine Lösung könnte wohl nur so aussehen, dass die Chinesen ihre Währungsreserven über einen langen Zeitraum diversifizieren und gleichzeitig die USA einerseits die Kriege in Übersee beenden und wieder eine eigene industrielle Basis schaffen, um die Importabhängigkeit zu vermindern.
Jeder Börsianer weiß, dass man den Preis einer Währung oder einer Aktie drücken kann, indem man sie schlechtredet. Fällt dann der Preis, kauft man im Stillen noch mehr davon. Erst letzte Woche kauften Russland und China weitere 50 Milliarden US-Dollar. Entgegen allem Gerede steht der Dollar steht noch genau so hoch wie vor einem Jahr.
China ist derzeit NICHT interessiert an einer anderen Leitwährung. Es handelt sich um Diskussionen über die Zeit NACH dem Auslauf der in Chinas Besitz befindlichen (20- und 30-Jahr-) US-Schatzanleihen. Worum es China momentan lediglich geht, ist Aufnahme des Renminbi in den WMF-Währungskorb. Das Land möchte ich sehen, das jetzt seine Euro- und Dollarreserven in Rubel umtauscht. Haha, allenfalls unsere Groß-DDR.
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