1,7 Billionen Euro Schulden - und kein Ausweg aus dem Dilemma in Sicht. Wirtschaftsforscher plädieren nun dafür, Vermögen stärker zu belasten.
Die Lage ist düster. Bis zum Jahresende wird der Schuldenberg der Bundesrepublik Deutschland um 126 Milliarden Euro auf eine Gesamtsumme von 1,7 Billionen Euro wachsen - und niemand weiß so recht, wie diese Verbindlichkeiten abgetragen werden können.
Champagnerflaschen bei der Eröffnung eines Restaurants in München: Reiche sollen einem DIW-Vorschlag zufolge stärker zur Kasse gebeten werden. (© Foto: Catherina Hess)
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Mal ist von einer Erhöhung des reduzierten Mehrwertsteuersatzes die Rede, mal von einer Börsenumsatzsteuer - doch in den Parteien herrscht Uneinigkeit, wie Deutschland der Schuldenfalle entkommen will.
Vermögensteuer gegen Schuldenberg
Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat nun eine stärkere Besteuerung von Vermögen ins Gespräch gebracht. Dies könnte dem Staat Mehreinnahmen von etwa 25 Milliarden Euro bringen, rechnen die Experten vor.
Um in den Genuss der zusätzlichen Einnahmen zu kommen, müsste die Bundesregierung lediglich die Belastung von Vermögen auf das Durchschnittsniveau der EU-Staaten und der wichtigsten Industrieländer der Welt anheben, berichtet die Financial Times Deutschland (FTD) unter Berufung auf die ihr vorliegende Analyse.
Das DIW empfehle eine deutliche Erhöhung der Grundsteuer und eine Wiederbelebung der Vermögensteuer, die seit 1997 nicht mehr erhoben wird, weil sie in der alten Form verfassungswidrig war.
Den DIW-Berechnungen zufolge erbrächten vermögensbezogene Steuern in Deutschland nur ein Aufkommen von 0,9 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, schreibt die Zeitung. Das sei weniger als die Hälfte des Durchschnitts im Vergleich der wichtigsten Industrieländer.
Das DIW fordere daher, die Grundsteuer völlig zu überarbeiten. Sie basiere immer noch auf den steuerlichen Einheitswerten aus dem Jahr 1964 in Westdeutschland und 1935 in Ostdeutschland.
Einen sozialen Ausgleich könnte eine Vermögensteuer bringen. Mit einem Steuersatz von einem Prozent und einem Freibetrag von 500.000 Euro ließen sich Staatseinnahmen von 16 bis 21 Milliarden Euro erzielen.
Exit-Strategie gefordert
Das Institut plädierte dem Zeitungsbericht zufolge auch für eine breitere Bemessungsgrundlage bei der Erbschaftsteuer. Die jüngste Reform mit ihren Vergünstigungen für Betriebs- und Grundvermögen sei genau in die falsche Richtung gegangen.
Unterdessen hat auch der Präsident des Bundesrechnungshofes, Dieter Engels, ein klares Konzept zum Abbau des Schuldenbergs. "Es wäre gut, wenn die Bundesregierung eine klare Exit-Strategie erarbeiten würde und sagt, wie sie den Schuldenberg wieder abbauen will. Das ist eine der Hauptaufgaben in der nächsten Wahlperiode", sagte Engels dem Handelsblatt. "Es ist illusorisch zu glauben, dass die Schulden, die der Bund in der Krise zusätzlich aufnimmt, von alleine im nächsten Aufschwung abgebaut werden."
Engels Spar-Vorschlag: "Man kann sich fragen, ob wir in Deutschland ein Bundesamt für Statistik und 16 Ämter in den Ländern brauchen. Das gleiche gilt für den Verfassungsschutz, dort reicht ebenfalls eine zentrale Bundesbehörde."
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(sueddeutsche.de/dpa/tob/pak)
Kein Witz, wirklich auf der Homepage der Linken gefunden:
Zitat 1: "Reichtum für alle"
Zitat 2: "Reichtum besteuern"
Rechenkünste aus dem linken Lager. Das wird dann wohl so laufen: Zunächst wird jeder Bundesbürger zum Millionär gemacht. Dann wird sein Vermögen mit einem Steuersatz von 120% besteuert. Damals in der DDR lief es wohl änlich...lol
Gehen Sie lieber gleich in den Biergarten, bevor sie einigen sensationsgeile Journalisten auf den Leim gehen.
Ich streite nicht ab, dass es solche Fälle gibt. Aber ich habe auch die Vermutung, dass hier immer wieder Einzelfälle als "das ist so" hochgespielt werden. Genauso, wie lt. Journalisten fast jeder Hartz IV-Empfänger eine luxeriöse Stütze bekommt und doch Schwarzarbeit sein Einkommen noch fleissig aufbessert.
Nicht nur im Untergrund lieber Mane, stell nur einmal das gesamte Volksvermögen neben
die Verbindlichkeiten. Deiner Freundin bereitete die Frage nach der Lösung und begleichung dieser Schulden heute im Sommertalk keine Sorgen ;-))
sie müssen bei solchen pauschalierungen die gesamtsteuerzahlung betrachten. sicherlich kann eine temporäre steuerlast minimal sein - das kann gründe haben -, nur wird am ende abgerechnet.
und nochmals zu ihrem steuertrick zu kommen: sie müssen natürlich sehen, was erlaubt ist und was sowohl steuerrechtlich als auch strafrechtlich verboten ist. wenn also ihr bekannter mit briefmarken eine rolex kauft, ist das höchst kriminell und kein steuertrick!
j.
Den Biergarten haben Sie sich jetzt aber auch verdient. :)
Steuerschlupflöcher, junge junge da gibts schon Entgleisungen. Wie hat der denn das gemacht?? Die 100000 müssten doch normal einkommenssteuerrelevant sein?! Das muss ja wieder eine dämliche Klausel zur Begünstigung irgendwelcher Interessengruppen sein.
Da wäre ich glaube ich radikal: ALLE Vergünstigungen abschaffen, dafür den Satz allgemein senken.
Ich denke das Streben nach grössmöglicher Gerechtigkeit führt zu Sonderregelungen die dann leider auch von Leuten genutzt werden können für die sie nicht bestimmt waren...
Paging