Ein Kommentar von Markus Zydra

Deutsche-Bank-Chef Ackermann verdient prächtig. Darüber mag sich mancher aufregen - schlimmer aber ist, dass die Aufseher des Instiuts vor den Investmentbankern eingeknickt sind.

Natürlich regt diese Nachricht auf: Josef Ackermann erhält für seine Arbeit im letzten Jahr 9,5 Millionen Euro. Der Chef der Deutschen Bank verdient nach dem mageren Jahr 2008 wieder viel Geld, auch wenn zum Rekordgehalt von 14 Millionen im Jahr 2007 noch einiges fehlt. Haben die Aufsichtsräte der Deutschen Bank - denn die befinden über Vorstandsgehälter - wirklich nichts gelernt?

Josef Ackermann, dpa

Ackermann bekommt viel Geld - doch ein Großteil davon steht unter einem Auszahlungsvorbehalt. Bei den Investmentbankern des Instituts ist das anders. (© Foto: dpa)

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Doch, das haben sie, denn Ackermanns Gehalt und das seiner Vorstandskollegen steht zum Großteil unter einem Auszahlungsvorbehalt. Rund 70 Prozent werden erst über die nächsten Jahre ausbezahlt, aber auch nur dann, wenn bestimmte Ergebnisziele erreicht werden. Ansonsten ist der Bonus weg.

Das ist auch die richtige Reaktion auf die Finanzkrise: Banken müssen nachhaltiger arbeiten, und das tun sie am ehesten, wenn die Vorstandsgehälter an langfristige Erfolge gekoppelt sind.

Aber noch immer verdienen die Investmentbanker der Deutschen Bank viel Geld, mancher sogar deutlich mehr als ihr Boss Ackermann.

Gerade das Investmentbanking kann besonders risikoreich sein, wie die Finanzkrise zeigte: Die Verbriefung von US-Immobilienkrediten spülte hohe Boni auf die privaten Konten der Investmentbanker. Doch als die dadurch verursachte Blase platzte, mussten sie, die Verursacher, nichts von ihren Millionen zurückgeben.

Der Deutsche Bank-Aufsichtsrat hätte deshalb auch die Investmentbanker an die Kandare nehmen müssen. Das Gremium tat es nicht, weil es sich der Macht dieser Berufsgruppe beugte. Darüber kann man sich aufregen.

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(SZ vom 17.03.2010/hgn)