In Deutschland ist Blippy hingegen noch ein Geheimtipp. Weil die Online-Registrierkasse bislang nur amerikanische Kreditkarten unterstützt, ist der Dienst hierzulande auf Einkäufe bei bestimmten Kaufhäusern limitiert: Amazon und der iTunes-Store werden unterstützt, auch das Ebay-Bezahlsystem Paypal ist mit von der Partie. In allen drei Fällen muss der Nutzer seine kompletten Zugangsdaten angeben - sehr zum Ärger von Daten- und Verbraucherschützern.

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Die Datenschutzaktivistin Rena Tangens etwa hält die Teilnahme an Blippy für verantwortungslos: "Wer da mitmacht, verdient kein Mitleid. Diese Leute dürfen sich nicht beschweren, wenn etwas Schlimmes mit ihren Daten passiert", sagt die Mitbegründerin des Vereins Foebud in Bielefeld, der seit dem Jahr 2000 einmal im Jahr die Big-Brother-Awards verleiht.

Weil sich anhand der Profile nachvollziehen lasse, wo Blippy-Nutzer regelmäßig einkaufen, könnten im schlimmsten Fall gezielte Phishing-Attacken verübt werden, befürchtet Tangens. Dabei lotsen Betrüger ahnungslose Kunden auf gefälschte Internetseiten, wo sie zur Eingabe ihrer Geheimzahl aufgefordert werden.

"Rohmaterial für Werbekunden"

Auch der Bundesverband der Verbraucherzentralen rät zur Vorsicht: "Man gibt dort sehr viel von sich preis", sagt Internet-Verbraucherrechtsexperte Falk Lüke. Er rät deshalb dazu, Schnäppchen lieber bei Facebook oder Twitter zu verkünden: "Das hat den gleichen Effekt, aber sie müssen dafür nicht gleich alle ihre Daten angeben."

Vorsicht sei auch deshalb geboten, weil die Macher von Blippy nichts über ihr Geschäftsmodell verraten. Auf Fragen, wie sie mit ihrem Dienst Geld verdienen wollen, reagiert das Unternehmen nicht

Tangens kritisiert, die Blippy-Nutzer würden dem Unternehmen "Rohmaterial für Werbekunden" liefern, ohne dafür einen echten Gegenwert zu bekommen: "Es ist höchstens cool, dort etwas zu veröffentlichen. Das ist aber auch der einzige Nutzen, den dieser Dienst hat."

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(sueddeutsche.de/mel)