Die Regierungen wollen die Banken durch Finanzreformen an die Kette legen. Deutsche-Bank-Chef Ackermann keilt zurück.
Der Chef der Deutschen Bank, Josef Ackermann, hat die Regierungen eindringlich davor gewarnt, mit ihren Finanzreformen zu weit zu gehen. Der Bankmanager geißelte von Berlin aus die Politik als "interventionistisch". US-Präsident Barack Obama schimpfte in Washington über die "Bonzen an der Wall Street".
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Der Tonfall wird rauer: Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann (links) und Bundeskanzlerin Angela Merkel. (© Foto: AP)
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Der Konflikt zwischen Politikern und Bankern wird schärfer. Während die großen Banken schon wieder Gewinne machen, wurde ihre Rettung durch die öffentlichen Haushalte mit Hunderten Milliarden Euro ermöglicht. Regierungschefs fordern deshalb immer lauter, die Banken an die Kette zu legen.
Die Bankchefs wehren sich auf ihre Art. Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann gab am Wochenende einen Warnschuss in Richtung Bundesregierung ab: "In den neunziger Jahren schlug das Pendel zugunsten der wirtschaftlichen Freiheit aus. Heute schlägt das Pendel ins andere Extrem: in Richtung interventionistischer Politik." Wenn man nun "zu weit" gehe mit den Reformen, koste dies Wachstum.
Gut gewählter Ort
Ackermann hatte den Ort seiner Attacke gut gewählt: In der Hauptstadtrepräsentanz der Bank trafen sich am Freitagabend Nobelpreisträger wie Robert Mundell und Edmund Phelps, Ikonen der Geldpolitik wie der frühere US-Notenbankchef Paul Volcker sowie der ehemalige Bundesbankpräsident Karl Otto Pöhl.
Eingeladen hatte das Center on Capitalism and Society der Columbia University - und das Publikum, das sich im vier Stockwerke hohen Atrium des Bankhauses zum Dinner versammelt hatte, war wie geschaffen für Ackermanns Angriff auf die Politik. Es steht nicht im Verdacht, freien Märkten und Banken feindlich gesinnt zu sein.
"Der Staat übernimmt sich gerade", sagte Ackermann und verwies darauf, dass Defizite und Schulden anschwellen. Er fürchtet, dass nicht alle Maßnahmen der Regierungen temporärer Natur sind und mit dem Ende der Krise verschwinden.
"Rückwärtsgewandte Ansatz"
Der Staat weite seinen Einfluss gerade über Gebühr aus. "Regierungen entscheiden heute darüber, welche Firma überlebt und welche fällt", kritisierte der Bankchef. In einer globalen Welt aber sei dieser "rückwärtsgewandte Ansatz" nicht angemessen. Es sei nicht Aufgabe der Politiker, die nationalen Champions zu retten.
Das kann auch als Antwort auf Bundeskanzlerin Angela Merkel verstanden werden, die jüngst bei einer SZ-Konferenz sagte, dass "manch einer, der im Finanzsektor arbeitet, schon wieder - lax gesagt - eine ziemlich dicke Lippe riskiert".
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"Nicht nur daß sein Laden die Krise ganz gut gemeistert hat - in seinem Aufsichtsrat sitzen auch keine altverdienten Bonzen aus Parteien und Gewerkschaften.
Daß das Fehlen Letzterer wohl mit Ersterem zu tun hat kann man sich zwar denken ..."
Eigentlich ist mir kein Fall bekannt, in dem die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat ein Unternehmen in eine Krise manövriert hat ... nur manchmal lassen sich diese Einwickeln und sind dann mit verantwortlich für das Unheil, aber sicher nicht auslösend.
Per Definition liegt den AN-Vertretern immer mehr am Überleben des Unternehmens als jenen, die ausschliesslich an ihrer Quartalsprämie interessiert sind.
dww
"Ja der böse böse Herr Ackermann. Nicht nur daß sein Laden die Krise ganz gut gemeistert hat..."
Dir ist schopn bekannt dass der Schaden aus einer HRE-Pleite das Eigenkapital der Deutschen Bank weit überstiegen hätte? Und Du weißt auch was es für eine Bank heißt, wenn die (kurzfristigen) Verbindlichkeiten das Eigenkapital übersteigen?
Gleiches gilt übrigens für die amerikanischen Banken - wären die nicht gerettet worden, hätte die DB nicht überlebt. Angesichts dieser Tatsachen wäre Demut einfach das klügere Verhalten.
Die Deutsche Bank hat über die HRE und die KfW-Tochter IKB dem deutschen Steuerzahler schon Milliarden gekostet und wird noch viele Milliarden kosten.
Dass Ackermann Kanzlerin Merkel und Steinbrück die HRE-Rettung eingeflüstert hat wird uns mehr als 100 Milliarden kosten - im Krieg nennt man das wohl Kollateralschaden.
Ja der böse böse Herr Ackermann. Nicht nur daß sein Laden die Krise ganz gut gemeistert hat - in seinem Aufsichtsrat sitzen auch keine altverdienten Bonzen aus Parteien und Gewerkschaften.
Daß das Fehlen Letzterer wohl mit Ersterem zu tun hat kann man sich zwar denken - aber das ändert natürlich nichts an den Begehrlichkeiten seitens der Politik auch an der Deutschen Bank herumzufummeln. Schon weil ja bei der Deutschen Bank noch was zu holen wäre - anders als bei den VEB-Landesbanken und ihren Anhängseln. Also jenen Instituten wo erfahrene Finanzpolitiker diverser Parteien mehr als nur einen GAU à la Bayrische Landesbank produziert haben.
Irgendwer hatte hier gefordert Ackermann auszuweisen - ich fordere was Anderes: Verbrauchte Politiker in Gorleben endlagern - jedenfalls nicht in der Wirtschaft und schon gar nicht in Banken!
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