Abhängigkeit von fossilen RohstoffenZehn Vorschläge zum Ölsparen

Öl wird immer teurer, die Förderung immer gefährlicher und die Gesellschaft immer abhängiger von dem dreckigen Rohstoff. Die Politik muss Anreize schaffen, damit die Gesellschaft weniger Öl verbraucht. Mehr Elektroautos, weniger Plastiktüten und ein Tempolimit: Die "Süddeutsche Zeitung" hat zehn Vorschläge zusammengetragen.

Eine wirkliche Energiewende erfordert nicht nur den Ausstieg aus der nuklearen Stromerzeugung, auch der Erdölverbrauch muss in den nächsten Jahren sinken. Der Rohstoff ist knapp und wird immer teurer, die Abhängigkeit ist groß (im Bild Ölförderung im Irak). Benzin und Diesel sind die wichtigsten Treibstoffe im Straßenverkehr. Auch die verarbeitende Industrie ist stark abhängig von der Ressource Öl. Fest steht: Die diskutierte höhere Pendlerpauschale und geplante Benzinpreiskontrollen werden den Anstieg der Ölpreise nicht aufhalten. Doch ein politisches Konzept, wie sich der Verbrauch schnell und dauerhaft drosseln lässt, gibt es bislang nicht, die Bundesregierung scheint planlos zu sein . Die SZ hat deshalb schon mal zehn Vorschläge zum Ölsparen zusammengetragen.

Autofahrer klagen über teures Benzin und Diesel, Immobilienbesitzer über teures Heizöl, und auch die verarbeitende Industrie stöhnt. Verbraucher und Bundesregierung stehen dem Anstieg der Ölpreise machtlos gegenüber. Zwar geht der Verbrauch in Deutschland schon seit Jahren leicht zurück. Doch diese Einsparungen genügen bei weitem nicht, um den drastischen Ölpreisanstieg der vergangenen zehn Jahre auszugleichen. Und die Lage an den internationalen Rohstoffmärkten wird sich weiter zuspitzen. Denn Erdöl ist nicht nur Rohstoff, sondern auch Drohstoff. Weltweite politische Spannungen wie derzeit mit Iran machen die Preisentwicklung auf lange Sicht immer unberechenbarer. Dies bedeutet unwägbare Risiken für die Wirtschaft und die gesamte Gesellschaft. Hinzu kommt, die Förderung des Rohstoffs wird gefährlicher, wie die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko gezeigt hat. Tiefseebohrungen sind hoch riskant. Die Erschließung von Schieferölvorkommen und Teersanden vergiften das Grundwasser und zerstören massiv die Umwelt.

Die Abhängigkeit vom fossilen Brennstoff Öl lässt sich nur durch einen sparsameren Umgang mit der Ressource abbauen. Deshalb muss die Politik Anreize schaffen, die helfen, den Energieverbrauch zu senken und alternative Energiequellen fördern. Für den Straßenverkehr sind völlig neue Konzepte notwendig, die ohne den fossilen Brennstoff auskommen. Mit dem Ende des Ölzeitalters werden sich aber auch die Siedlungsstrukturen in Städten und im ländlichen Raum verändern. Steigen die Rohölpreise weiter, werden sich immer weniger Menschen in Zukunft ein eigenes Auto und den Sprit dafür leisten können. Ihr Bewegungsradius wird kleiner. Geschäfte, Ärzte, Kindergärten, Schulen und andere öffentliche Einrichtungen müssen auf kurzen Wegen erreichbar sein.

Bild: REUTERS 30. April 2012, 17:352012-04-30 17:35:28 © SZ vom 30.4.2012/jab