Ein YouTube-Video sorgt derzeit in den USA für Furore: Eine Passantin hält dort offenbar ein Handy an ihr Ohr - in einem mehr als 80 Jahre alten Stummfilm.
Ein YouTube-Ausschnitt von der Premiere eines mehr als 80 Jahre alten Stummfilms von Charlie Chaplin ist momentan heißes Gesprächsthema im Netz - und beflügelt die Phantasie von Internet-Nutzern und selbsternannten Experten: In den Aufnahmen von der Hollywood-Premiere des Schwarzweißfilm Der Zirkus von 1928 ist eine Passantin zu erkennen - mit einem Mobiltelefon am Ohr.
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Mehr als ein halbes Jahrhundert vor der Einführung der tragbaren Telefone scheint die Frau mit jemandem zu telefonieren.
Das ist zumindest die Interpretation des irischen Filmemachers George Clarke, die er am Donnerstag im amerikanischen Fernsehen darlegte. Er habe den Film mehr als 100 Menschen gezeigt, niemand habe eine andere Erklärung gefunden.
Ein Ausschnitt zeigt eine Frau mit Hut, die an einem Zirkuszebra vorbeigeht und dabei etwas an ihr Ohr hält und offenbar hineinspricht.
Tatsächlich sieht es so aus, als würde die Frau telefonieren. Aber selbst Funkgeräte gab es damals noch nicht als Handgeräte. Das YouTube-Video des Ausschnitts, der als Extra-Material auf der DVD des Chaplin-Films zu finden ist, haben innerhalb weniger Tage mehr als eine Million Internetnutzer abgerufen.
Im Web wird über das Thema kontrovers, aber auch mit einem Augenzwinkern diskutiert - ein Foto aus dem Jahre 1940 hatte vor einigen Monaten für eine ähnliche Debatte gesorgt. Darauf war ein Mann mit Sonnenbrille und einem T-Shirt, das aus dem H&M-Katalog stammen könnte, zu sehen gewesen, umgeben von Männern in den klassischen Anzügen der Zeit.
Wer ist am anderen Ende?
Clarke mutmaßt, dass die Frau auf den Aufnahmen eine "Zeitreisende" sei. Die Erklärung der New York Daily News klingt da schon realistischer: Die Frau dürfte gerade ihr Hörgerät richten. Die erste Akustikhilfe wurde 1920 erfunden, 1928 waren einige Geräte bereits überall erhältlich.
Die Theorie von Filmemacher Clarke weist auch einige andere Lücken auf: So hätte die Frau bei ihrer Zeitreise gleich das entsprechende Mobilfunknetz mit in die Vergangenheit nehmen müssen - und einen Gesprächspartner, der am anderen Ende der Leitung hängt.
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(sueddeutsche.de/dpa/joku/holz)
Kuriose Schilder (4)
Leute,habt Ihr noch nie vom "kleinen Mann im Ohr" gehört ?
"Niemand habe eine andere Erklärung gefunden"...? Wie armselig. Es sollte vielleicht mal die Kommentare hier lesen!
Wenn es eine Zeitreisende ist, dann ist das angebliche Handy natürlich ihr Kommunikator zur Kontaktaufnahme mit der Zukunft. Das Zeitschiff "Relativity" aus "Star Trek Voyager" lässt grüßen.
So etwas nennt man überblenden. Wird recht häufig bei Szenenwechseln eingesetzt.
Klar, Zeitreisen, Chaplin hat uns alle verarrrrrrrrr pscht, wie konnte er sonst einen so visionären Film wie "Der große Diktator" drehen? Im übrigen, Chaplin lebt: Er wurde von seinem Mobilvertragspartner in eine andere Zeit gesimst. Wartet nur auf seine nächste Filmpremiere von "Der Guten-Prinz von Germania" - mit Tom Cruise als Hauptdarsteller und Verona Feld, äh wie auch immer, als Baronin von Bismarck-Hering.
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