Website des Ex-Verteidigungsministers gekapert Hacker küren Guttenberg zum "Bundeskuchenminister"

Ob Karl-Theodor zu Guttenberg diese Doppelbelastung stemmt? Der neue EU-Berater für Internetfragen ist nun auch "Bundeskuchenminister". Zumindest, wenn es nach einer Gruppe von Hackern geht, die Guttenbergs Internetseite geknackt haben. Die letzte Kuchen-Attacke hatte der Ex-Verteidigungsminister mit Humor genommen.

Unbekannte Hacker haben die Homepage von Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg gekapert. Auf der Startseite war am Sonntag eine Fotomontage zu sehen, auf der ein Stück Torte auf dem Kopf des CSU-Politikers trohnte. Darüber stand die Überschrift: "Karl-Theodor zu Guttenberg wird neuer Bundeskuchenminister."

In dem zugehörigen Text schreiben die Unbekannten unter anderem: "Als Bundeskuchenminister ist es meine Aufgabe, die Kuchengesetze der Bundesrepublik Deutschland zu wahren und dafür zu sorgen, dass wir auch weiterhin in Frieden essen können."

Erst am Donnerstag hatten Netzaktivisten Guttenberg in einem Berliner Café überrumpelt: Sie drückten dem Politiker während eines Treffens mit einem Internetexperten eine "Schwarzwälder Kirsch" ins Gesicht, wie aus einem im Internet veröffentlichten Video der Initiatoren hervorging. In einem auf ihrer Website veröffentlichten Text warfen sie ihm vor, sich kaum ein Jahr nach der Plagiatsaffäre um seine Doktorarbeit wieder politisch etablieren zu wollen.

Nach einem Moment des Schreckens nahm Guttenberg die Aktion der Gruppierungen "Hedonistische Internationale" und "Anonymous" aber mit Humor. Auf seiner Facebook-Seite hieß es anschließend: "Hurra, eine Tortenattacke! Ich dachte schon, ich würde in Friedrichshain verhungern."

In einem Gespräch zwischen dem Piratenpolitiker und Netzaktivisten Stephan Urbach und Guttenberg - dem EU-Berater für Internetfragen - sollte es um die Themen Netzpolitik und Internetfreiheit gehen.

In der Netzpolitikszene gab es unterschiedliche Echos sowohl auf das Gespräch als auch auf die Tortenattacke. Manche glauben, dass dem Ex-Minister durch das Treffen eine Plattform gegeben werde. Andere übten Kritik an den Aktivisten: "Was für ein fachlicher Beitrag ist das denn", fragte ein Kommentator auf Urbachs Blog.