Der Blackberry-Hersteller RIM will einem Bericht zufolge indischen Geheimdiensten den Zugriff auf sensible Kommunikationsdaten erlauben. Der Konzern dementiert - es geht um seine Glaubwürdigkeit.
Blackberrys sind vor allem für zwei Eigenschaften bekannt: Zum einen sorgen sie dafür, Geschäftsleute auch in ihrer Freizeit mit überflüssigen E-Mails zu beschießen. Zum anderen gelten die Geräte als äußerst sicher, weshalb viele Unternehmen ihre Mitarbeiter mit den Handys ausstatten.
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Blackberry-Modell in einem Geschäft: RIM steht vor der Wahl, Marktanteile zu verlieren oder den sicheren Ruf zu riskieren. (© dpa)
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Anders als herkömmliche Smartphones schicken Blackberrys die E-Mails nicht über das offene Internet, sondern über ein komplett geschlossenes System. Die Nachrichten werden hierfür verschlüsselt auf die Server des Blackberry-Herstellers RIM geschickt und von dort an den Empfänger weitergeleitet.
Die Diskussion der vergangenen Tage dürfte den RIM-Verantwortlichen deshalb kaum geschmeckt haben: Die Regierungen von Saudi-Arabien, der Vereinigten Arabischen Emirate und Indiens verlangten Einblick in den Datenverkehr der Blackberry-Nutzer - sollte RIM diesen nicht genehmigen, so die Drohung, müssten die Smartphones in den entsprechenden Ländern offline gehen.
Offenbar hat RIM nun zumindest in Indien einer Teilüberwachung zugestimmt: Wie die indische Zeitung Economic Times unter Berufung auf Regierungsdokumente berichtet, haben Unternehmensvertreter der Regierung in Neu-Delhi verschiedene Überwachungsrechte zugesagt.
Blackberry dementiert
Demnach will RIM den technischen Code für geschäftliche E-Mail-Dienste teilen, indische Behörden sollen zudem künftig 15 Tage auf alle E-Mails von Blackberry-Nutzern in Indien zugreifen können; in sechs bis acht Monaten will das Unternehmen auch ein Programm zur Chat-Überwachung bereitstellen. Indien hatte den geforderten Einblick mit dem Kampf gegen den Terrorismus begründet.
RIM hat den Bericht inzwischen dementiert: "Wir dementieren die Meldung, dass wir der indischen oder anderen Regierungen Einblicke in die Kommunikation unserer Kunden geben", erklärte ein Sprecher der FAZ.
Diese Klarstellung ist ein wichtiges Signal an die Blackberry-Kunden: Hätte der Bericht den Tatsachen entsprochen den Tatsachen entsprechen, wäre er nur mit der Situation am hartumkämpften Smartphone-Markt erklärbar gewesen: Zwar stieg der weltweite Marktanteil von Blackberry-Geräten im zweiten Quartal dieses Jahres auf 20,9 Prozent - das sind etwa drei Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum; dennoch versucht gerade vor allem Apple, seinen Sicherheitsruf aufzupolieren und das iPhone auch als Geschäfts-Smartphone zu etablieren. Ähnliche Pläne dürfte Microsoft verfolgen, dessen neues Betriebssystem Windows Phone 7 gegen Ende des Jahres erwartet wird.
Alarmieren könnten RIM vor allem die jüngsten Zahlen des Marktforschungsunternehmens Nielsen: Nur noch 42 Prozent der Blackberry-Kunden erklären demnach, auch bei ihrem nächsten Handy auf die Marke zu setzen. Beim iPhone liegt diese Markentreue-Quote bei 89 Prozent, bei Handys mit Android-Betriebssystem immerhin noch bei 71 Prozent.
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Mein Blackberry geht trotzdem bei Ebay rein... Zumal man sich im arabischen Raum schon der Zensur beugt.
Wer zensiert und zensieren lässt, verdient an und mit mir kein Geld!
Liebe Nutzer,
inzwischen hat RIM eine solche Abmachung mit Indien dementiert. Der Artikel wurde entsprechend aktualisiert, auch der zweite Absatz zur Weiterleitung ist korrigiert.
Mit freundlichen Grüßen,
Johannes Kuhn, sueddeutsche.de
Die Behauptung ist schlicht falsch:
"Die Nachrichten werden hierfür verschlüsselt auf die Server des Blackberry-Herstellers RIM geschickt, dort dekodiert, wieder verschlüsselt und zum Empfänger weitergeleitet."
Beim Hersteller RIM werden die Nachrichten eben nicht dekodiert, sondern nur geroutet.
Bei technischen Themen sollte es auch etwas Know-How geben, beim Redakteur ist dies nicht vorhanden. Wie soll man denn noch Artikel ernst nehmen, wenn die Kernaussage schon falsch ist!
Auf welche Experten berufen Sie sich denn?