Soziales Netzwerk Facebook-Nutzer schaffen ihr Mitbestimmungsrecht ab

Soziales Netzwerk Facebook: Nur 0,06 Prozent stimmen über Nutzungsänderungen ab

(Foto: dpa)

Drei Jahre lang konnten Facebook-Nutzer über Änderungen des Regelwerks des sozialen Netzwerks abstimmen. Das ist jetzt vorbei. Bei der Abstimmung über die Abschaffung der Abstimmungsmöglichkeiten beteiligten sich weniger als 0,1 Prozent der Mitglieder. Das sind viel zu wenige.

Die derzeitige Form der Mitbestimmung von Nutzern beim sozialen Online-Netzwerk Facebook steht vor dem Aus. An einem Votum über eine Änderung der Nutzungsregeln nahm bis zum Fristende am Montag nur ein verschwindend geringer Anteil der mehr als eine Milliarde Mitglieder teil. 668 872 Mitglieder beteiligten sich an der Abstimmung. Das entsprach einem Anteil von weniger als 0,07 Prozent der Facebook-Nutzer.

Jetzt kann Facebook das bisherige Abstimmungsverfahren wie geplant abschaffen, obwohl sich eine deutliche Mehrheit von 87 Prozent gegen eine Änderung ausgesprochen hatte. Damit Facebook das Ergebnis als verbindlich anerkannt hätte, hätten sich mindestens 30 Prozent aller aktiven Nutzer an dem Votum beteiligten müssen.

Das Verfahren war 2009 eingeführt worden, als Facebook noch rund 200 Millionen Nutzer hatte. Kritiker hielten Facebook vor, die Abstimmungen seien angesichts der unrealistisch hohen 30-Prozent-Hürde eine Farce gewesen. Facebook hatte diesmal seine Nutzer per E-Mail auf die Möglichkeit zur Meinungsäußerung hingewiesen.

Bereits im vergangenen Sommer hatte Facebook über seine Nutzungsregeln abstimmen lassen. Beteiligt hatten sich schon damals nur 180.000 Nutzer von insgesamt 900 Millionen Mitgliedern. Dabei hatte sich Facebook weitgehende Rechte zur Verwertung von Statusmeldungen, Links, Fotos und privaten Nachrichten seiner Nutzer einräumen lassen. Bei dem Votum im Sommer ging es auch um personalisierte Werbung auf Facebook und externen Internetseiten.