Soziales Netzwerk Facebook löscht sexistische Einträge nach Protesten

Bislang hatte sich Facebook hinter der Menge an Nutzern versteckt, um sexistische Fanseiten zu legitimieren. Nach Protesten von Usern und Unternehmen hat das soziale Netzwerk jetzt seine Meinung geändert: Künftig würden frauenfeindliche Seiten kompromisslos gelöscht.

Bilder von Frauen mit Blutergüssen im Gesicht und Vergewaltigungswitze. Bis dato konnten Nutzer auf Facebook solche Inhalte posten, ohne dass sie konsequent gelöscht wurden. Facebook verteidigte dieses Vorgehen bislang mit dem Hinweis auf die Meinungsfreiheit. Verstörende Inhalte und Nutzer, die sich an "derbem Humor" versuchen, seien bei einer Milliarde Nutzer nun einmal nicht auszuschließen, lautete die Begründung von Facebook.

Gegen diese Art der Rechtfertigung haben die Aktivistengruppen Women, Action and the Media und Everyday Sexism vergangene Woche mit einem offenen Brief protestiert. Es sei widersprüchlich, dass frauenverachtende Inhalte nicht genauso rigoros gelöscht würden wie antisemitische oder homophobe Inhalte. Facebook sei ein extrem einflussreiches Netzwerk, heißt es weiter in dem offenen Brief. Solche Seiten und Bilder würden die Akzeptanz von Gewalt gegen Frauen befördern.

Jetzt hat das Unternehmen reagiert und versprochen, seine Richtlinien zu ändern. In einem Statement hat Facebook mitgeteilt, zukünftig auch Seiten zu löschen, deren Inhalte explizit frauenfeindlich seien: "Wir müssen uns an dieser Stelle verbessern - und das werden wir auch tun", heißt es in dem Schreiben weiter. Außerdem kündigt Facebook an, den Rat der Aktivistinnen einzuholen.

Der Protest der Aktivistinnen hat zu großer Resonanz bei sozialen Netzwerken geführt. Weltweit haben Medien von der Huffington Post bis hin zur Financial Times über die Kritik an Facebook berichtet. Außerdem haben die Aktivistinnen Facebook dort treffen wollen, wo es das Unternehmen am meisten schmerzen würde, so Jaclyn Friedman, Vorstandsmitglied von Women, Action and the Media. Das seien nun mal die Werbeeinnahmen.

In der Folge hat zum Beispiel der Autohersteller Nissan angekündigt, keine Werbung mehr auf Facebook zu schalten, solange nicht auszuschließen sei, dass sie neben frauenverachtenden Inhalten auftauche. Insgesamt 15, größtenteils kleinere Unternehmen, sind dem Beispiel von Nissan gefolgt. Andere Großunternehmen wie Dove und American Express reagierten auf den Protest mit Statements, in denen sie Gewalt gegen Frauen verurteilten.