Smartphone-App "Bolt" Zuckerbergs nächste Attacke auf Snapchat

Nacktfotos auch für Instagram-Nutzer: Facebooks Fotodienst startet einen Snapchat-Konkurrenten. Es ist Mark Zuckerbergs nächster Angriff auf die populäre Konkurrenz.

  • Instagram startet den Foto- und Videochatdienst Bolt.
  • Vorerst ist die App nur in Singapur, Neuseeland und Südafrika verfügbar - doch das soll sich ändern.
  • Der Dienst bedeutet neue Konkurrenz für Snapchat.

Instagram startet Bolt

Die Chat-App Snapchat bekommt neue Konkurrenz: Jetzt hat auch das zu Facebook gehörende Instagram eine eigene App zum Versenden von Foto- und Videonachrichten gestartet. Wie bei Snapchat können die verschickten Fotos und Videos allerdings vom Empfänger nicht dauerhaft gespeichert werden. Die kostenlose App für Smartphones mit den Betriebssystemen iOS und Android ist vorerst nur in Singapur, Neuseeland und Südafrika verfügbar. Ein Instagram-Sprecher sagte dem Technikblog The Verge, man werde die App aber schon "bald" auch in anderen Regionen veröffentlichen.

Konkurrenz für Snapchat

Bolt ist Mark Zuckerbergs zweiter Angriff innerhalb weniger Wochen auf das unter amerikanischen Jugendlichen beliebte Snapchat. Erst im Juni hatte Facebook den Snapchat-Konkurrenten Slingshot gestartet. Mit Snapchat lassen sich Fotos, Videos und Textnachrichten an Freunde verschicken, die, wenige Sekunden nachdem der Empfänger sie abgerufen hat, wieder verschwinden. Für diese Form des Nachrichtenverschickens gibt es inzwischen auch schon einen Fachbegriff: Ephemeral Messaging, was sich auf Deutsch etwa mit "vergängliches Kommunizieren" übersetzen lässt. Facebook hatte in der Vergangenheit schon einmal versucht, dem Erfolg von Snapchat etwas entgegenzusetzen: Die App Poke floppte allerdings und wurde im Mai abgeschaltet.

Ursache für den Erfolg der neuen Nachrichtenapps

Nachrichtenapps wie Snapchat vermitteln den Eindruck, man könne über sie unbekümmerter kommunizieren, da die Kommunikation nicht bis in alle Ewigkeit aufgezeichnet wird. Solche Apps werden deshalb auch überdurchschnittlich häufig zum Versenden von Nacktaufnahmen verwendet. Doch es ist zweifelhaft, ob die Unbekümmertheit auch berechtigt ist: Über Umwege, etwa das Anfertigen von Screenshots, ist dennoch möglich Fotos und Videos in den Apps zu speichern.

Erfolg weckt die Konkurrenz

Sowohl Facebook als auch Google sollen Berichten zufolge versucht haben, Snapchat aufzukaufen. Erfolglos. Snapchat-Gründer Evan Spiegel glaubt offenbar, er könne seinem Unternehmen zu gröpßerem Erfolg verhelfen, wenn er es unabhängig von den großen Konzernen betreibt. Bislang gibt ihm der Erfolg der App recht. Laut Angaben des Unternehmens aus dem Mait verschicken die Nutzer jeden Tag 700 Millionen Fotos und Videos über den Dienst.

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