Sanktionen gegen Atomprogramm Samsung zieht sich aus Iran zurück

Ein Smartphone von Samsung: Künftig will das südkoreanische Unternehmen seine Online-Stores in Iran sperren.

(Foto: AFP)

Ausgerechnet Samsung will seine Online-Stores für iranische Kunden sperren. Smartphone-Nutzer in dem Land können dann keine Apps mehr herunterladen. Der südkoreanische Konzern war einer der wenigen Anbieter, die Produkte und Dienste in der Landessprache anbieten. Der Schritt soll Teil der Sanktionen gegen das iranische Nuklearprogramm sein.

Von Benjamin Romberg

Samsung zählt zu den wenigen ausländischen Unternehmen, die ihre Produkte in Iran in der Landessprache Farsi (Persisch) anbieten. Umso härter trifft die Kunden des südkoreanischen Konzerns in dem Land nun wohl die Ankündigung, dass Samsung ihnen den Zugang zu seinem Online-Appstore künftig verwehrt. Die Smartphone-Nutzer in dem Land können dann keine Applikationen mehr auf ihre Telefone herunterladen. Das Unternehmen habe eine E-Mail versandt, in der die Sperrung des Zugangs für iranische Kunden bekanntgegeben worden sei, berichtet die Nachrichtenagentur AP.

Zur Begründung nannte Samsung nur "rechtliche Hürden" - Beobachter gehen aber davon aus, dass sich der Konzern damit an den Sanktionen gegen Iran wegen seines Atomprogramms beteiligt. Der Westen hat vor allem Sanktionen gegen den Öl- und den Finanzsektor des Landes verhängt.

Den iranischen Internetnutzern stehen schon jetzt viele Dienste nicht zur Verfügung. Facebook, Twitter oder YouTube hat die Regierung gesperrt. Stattdessen will das Regime eigene Angebote ins Netz stellen: Eine eigene Version von YouTube ist bereits online, zuletzt wurde bekannt, dass die iranische Regierung an einer islamischen Variante von Google Earth arbeiten soll.

Samsung entschuldigte sich in der E-Mail an seine Kunden für die Sperrung. Zu Details wollte sich das Unternehmen nicht äußern. Am 22. Mai soll die Sperrung erfolgen, iranischen Usern wird daher empfohlen, ihre Apps vorher noch einmal zu aktualisieren.

Samsung wird wohl auch ohne den iranischen Markt weiter erfolgreich sein: Die Südkoreaner präsentierten erneut einen Rekordgewinn für das erste Quartal des Jahres. Vor allem dank seiner Smartphones hat der Konzern ein Plus von fünf Milliarden Euro erwirtschaftet. Damit hat Samsung den Vorsprung vor dem Rivalen Apple weiter gefestigt.