Neue Funktion "Reactions" Facebook ergänzt Like-Button um fünf Emojis

So sehen die neuen Reaktionen bei Facebook aus.

(Foto: dpa)
  • Der Like-Button bekommt fünf Brüder: Love, Haha, Wow, Traurig und Wütend. Sie sollen den Nutzern mehr Möglichkeiten geben, auf Beiträge zu reagieren.
  • Die Funktion wird ab dem heutigen Mittwoch weltweit freigeschaltet.
  • Facebook könnte so noch mehr und genauere Daten über seine Nutzer sammeln.
Von Hakan Tanriverdi und Simon Hurtz

Seit Jahren überlegt Facebook, wie das Unternehmen seinen Like-Button verbessern könnte. Wer sagt schon "gefällt mir", wenn es einen Terroranschlag gab? Eben. Facebook wird deshalb den Like-Button um fünf weitere Reaktionen ergänzen und nennt sie Love, Haha, Wow, Traurig und Wütend. Die Funktion wird vom heutigen Mittwoch an für Nutzer auf der ganzen Welt freigeschaltet.

Um einen Beitrag mit einer Reaktion zu kommentieren, müssen Nutzer auf dem Smartphone den Like-Button gedrückt halten. Dann werden die verfügbaren Reaktionen angezeigt und können ausgewählt werden. Auf dem Desktop reicht es, mit dem Cursor über den Like-Button zu scrollen und kurz zu warten.

Kein Dislike-Button

Die sechs Reaktionen sind überwiegend positiv. Liebe, Lachen, Freude und Staunen sind verschiedene Ausprägungen des Gefühls, etwas zu mögen oder von etwas begeistert zu sein. Sarkasmus kommt nicht vor, ebensowenig Indifferenz. Aus Sicht von Facebook ergibt das Sinn, das Unternehmen will Reaktionen, die eine gewisse Form der Anteilnahme signalisieren.

Warum der Like-Button einen Bruder bekommt

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Den von vielen herbeigewünschten Dislike-Button gibt es nicht. Mark Zuckerberg ist entschieden dagegen, dass bestimmte Beiträge mit einer solchen Funktion abgestraft werden können. Denn Facebook sei kein Forum wie Reddit (wo der Daumen nach unten entsprechend verwendet wird), und das soll so bleiben.

Ein ganzes Team hat monatelang getestet und getüftelt

Die Entwicklung der Reaktionen geht auf Chris Cox zurück, der im vergangenen Jahr den Vorschlag gemacht haben soll. Cox kümmert sich bei Facebook um Produktentwicklung, eine Art Chefredakteur nennt ihn Bloomberg. Sein Team kümmert sich darum, wie der Newsfeed aussieht - und auch welche Knöpfe Nutzer drücken sollen.

Mitarbeiter bei Facebook sind der Bloomberg-Recherche zufolge durch die Antworten unter den Facebook-Beiträgen gegangen und hätten analysiert, wie die Menschen reagieren. Diese Antworten wurden kategorisiert: All die Hahas, LOLs und OMGs fielen in die Kategorie "Lachen". Auch Emojis und animierte Gifs wurden klassifiziert. So sei man auf insgesamt sechs Kategorien gekommen. Auch Soziologen hätten das Facebook-Team dabei beraten.

Noch mehr Daten für Facebook

Der Like-Button hat Facebook umgekrempelt. Plötzlich war das Netzwerk auch auf fremden Webseiten präsent - und konnte so seine Daten-Analyse massiv ausbauen, da es Daten überall im Web sammeln kann. Die Änderungen am Like-Button könnten Facebook auch in dieser Hinsicht weiterhelfen. Wenn die Reaktion auf einen Beitrag nicht mehr nur binär - Like oder kein Like - ausfällt, können Nutzer genauer analysiert werden. Damit werden die Daten für Werbekunden noch wertvoller.

Facebook hat die Reaktionen bereits in mehreren Ländern getestet, zum Beispiel in Irland, Spanien, Portugal und Japan. Cox zufolge haben die neuen Reaktionen bereits einen ersten Härtetest hinter sich. Nach den Anschlägen in Paris hätten die Nutzer in den Testländern die neuen Funktionen benutzt, um Trauer und Mitgefühl auszudrücken, sagt Cox. "Es hat sich anders angefühlt, an diesem Tag Facebook zu benutzen."