Navigations-Apps Open Source für Experimentierfreudige

Bei Navi-Apps auf dem Smartphone unterscheidet man zwischen Onboard-Varianten mit dem gesamten Kartenmaterial im Handyspeicher und Offboard-Varianten, die immer nur die gerade benötigten Karten aus dem Netz laden. Vorteile der letzteren Lösung sind der oft günstigere Anschaffungspreis und weniger belegter Speicherplatz.

Ein Nachteil ist die obligatorische Internetverbindung via Mobilfunk, die eine Datenflatrate erfordert und die Nutzung im Ausland verhindert oder sehr teuer machen kann. Das Offboard-Kartenmaterial auf den Servern der Anbieter ist übrigens nicht zwingend aktueller als das der Onboard-Lösungen, weiß Experte Stauch. "Bei den Kaufversionen, die auf die renommierten Kartenhersteller Navteq und Tele Atlas setzen, handelt es sich um Onboard-Lotsen mit einer umfangreichen Abdeckung des Straßennetzes inner- und außerorts", erklärt Wiebke Hellmann. App-Lösungen von Anbietern wie Navigon, TomTom, ALK, Sygic oder Route 66 sind ab 20 Euro zu haben. "Ansonsten tun es die beigepackten Apps von Google, Nokia und Apple", sagt Stauch.

Experimentierfreudige können sich auch an günstige Open-Source-Lösungen wie Skobbler fürs iPhone (1,79 Euro) oder Navfree für Android (gratis) wagen - dürfen aber nicht immer Spitzenleistungen erwarten, warnt Stauch. "Die Open-Source-Lösungen haben beim Kartenmaterial Nachteile, da noch nicht überall alle Straßen erfasst und zum Teil auch viele Straßen falsch erfasst sind."

Stauwwarnsystem ist wichtig

Sowohl bei klassischen Navis als auch bei Kauf-Apps gilt es darauf zu achten, ob oder wie lange das Kartenmaterial aktualisiert wird. Man sollte auch prüfen, ob ein über einfaches TMC hinausreichender Premium-Staudienst im Paket vorhanden ist oder extra abonniert werden muss. "Vor allem die Darstellung der Staus ist wichtig, so dass man die geplante Route und Behinderungen in einer Übersicht gut erkennen und die Alternativ-Vorschläge des Systems selbst bewerten kann", erläutert Stauch.

Zudem zeichnen ein Spurassistent und eine konfigurierbare Geschwindigkeitswarnung ein gutes Navi oder eine gute Navi-App aus. Das Gerät oder die Software sollte es zudem während der Fahrt erlauben, die Route zu beeinflussen, Alternativen zu errechnen oder einzelne Streckenabschnitte auszuschließen. In einem Navi- und Navi-App-Test des ADAC aus dem Jahr 2012 schnitten alle vier getesteten klassischen Navis mit "gut" ab, während von acht geprüften Apps nur die Hälfte diese Note erhielt.