Weg von Ordnern und Dateipfaden: Mit der Pivot-Technik will Microsoft Nutzern eine visuelle Navigation durch die Datenmassen ermöglichen. Ein Dienst mit revolutionärem Potential.

Google Wave, Google Buzz, Google Goggles - wenn es um Innovationen im Web geht, blicken alle auf das Unternehmen im kalifornischen Mountain View. Dass es auch bei Microsoft noch kluge Software-Bastler gibt, scheint fast vergessen.

Microsoft Pivot Navigation Visualisierung, APN Bild vergrößern

Microsoft-Dienst Pivot: Navigation per Bild. (© Foto: APN)

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Das könnte sich bald ändern - das Programm Pivot aus den Microsoft Live Labs hat das Potenzial, der verwöhnten Netzgemeinde ein "Wow" zu entlocken.

Bei "Pivot" - das französische Wort bedeutet soviel wie Dreh- und Angelpunkt - fällt einem Excel-Anwender die Pivot-Tabelle ein, die bestimmte Daten aus unterschiedlicher Perspektive darstellt.

Ähnlich verhält sich die neue Pivot-Anwendung von Microsoft, die Fotos, Webseiten oder andere digitale Objekte so mit Metadaten verknüpft, dass sich ganz unterschiedliche Betrachtungsweisen ergeben.

Fotos, blitzschnell neu gruppiert

"Pivot ermöglicht es im Kern, große Mengen von visuellen Informationen gleichzeitig zu betrachten", erklärt Microsoft-Entwickler Mark Bramley in einem Einführungsvideo. Dabei könne man sehr schnell umschalten - von der Gesamtschau einer großen Anzahl zusammengehörender Informationen auf die Darstellung von Details zu einem bestimmten Element.

Wie das funktioniert, zeigt ein spezieller Pivot-Browser, den Microsoft zum Download anbietet. Dort finden sich eine Reihe von Beispiel-Kollektionen. Eine Bilddatenbank von Schauspielern zeigt eine Fülle von Fotos an, die blitzschnell neu gruppiert werden, wenn man die Schauspieler nach Geburtsdatum oder Anzahl ihrer Filme sortiert.

Zwtl: XML, Silverlight und Seadragon In der Gesamtsicht zeigt der Pivot-Browser hunderte von winzigen Bildern an. Sobald diese nach den in ihnen gespeicherten Metadaten gefiltert werden, wird nur noch die entsprechende Auswahl angezeigt.

Filter für die Informationsmassen

Klickt man schließlich auf ein einzelnes Foto, erscheint dieses formatfüllend zusammen mit den dafür gespeicherten Informationen, darunter auch weiterführende Internet-Links - geliefert von der Microsoft-Suchmaschine Bing.

Nicht nur Fotos, auch Sammlungen von Webseiten können in eine solche Pivot-Kollektion eingehen. Der Pivot-Browser demonstriert dies etwa mit Wikipedia-Artikeln, die nach bestimmten Tags, also Stichwörtern, sortiert werden können. Hier eröffnet sich die Perspektive für eine ganz neue Art der Internet-Suche.

Die Fülle von Informationen im Web könnte so auf eine Weise gefiltert werden, die dem menschlichen Hirn weit mehr entspricht als das bisher gewohnte Prüfen von Trefferlisten.

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