Ein klärendes Gespräch mit dem Blogger erwirkt oft eine bilaterale Lösung. Möglich ist es auch, sich auf eine Löschung der kritischen Texte im Netz zu einigen oder eine positive Berichterstattung als Ausgleich für die Kritik vom Blogger zu verlangen.
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Sollte eine solche Lösung des Problems nicht erreichbar sein, kann ein Unternehmen immer noch juristisch durchgreifen. Dann aber sollte die Kommunikationsabteilung darauf achten, transparent über den Fall zu berichten. Denn auch die Zeit abgeschotteter Gerichtsverhandlungen ist vorbei. Nur wenn eine Firma im Streit mit einem Blogger auch Zugriff auf die Dokumente gewährt und die eigenen Argumente offenlegt, macht sie sich verständlich.
Wer dagegen am herkömmlichen unternehmerischen Verhalten im Streitfall festhält und schweigt, muss mit dem Unverständnis von Bloggern und den durch sie alarmierten Journalisten rechnen. Dann wird es die Netzgemeinde sein, die durch stete Veröffentlichungen im Netz Fakten schafft - und das Image des betroffenen Unternehmens empfindlich beschädigen kann.
Transparente Strategie
Für Konzerne ist diese Umstellung der Strategie eine Herausforderung. Im Gegensatz zum einzelkämpfenden Blogger müssen sich Marketingabteilung, Chefetage und Juristen absprechen. In der Zwischenzeit hat der Blogger seine Sicht der Dinge schon längst publik gemacht.
Aber Unternehmen und Anwälte, die eine transparente Strategie konsequent verfolgen, schaffen auch auf technischer Ebene einen Gegenpol zu den kritischen Bloggern. Die Firmenwebseite mit den eigenen Aussagen wird auch von Google gefunden - und verdrängt so die kritischen Blog-Einträge von den oberen Plätzen der Google-Trefferliste.
Dies gilt vor allem dann, wenn sich die Netzgemeinde auf die Seite des Unternehmens schlägt und viele positive Beiträge über das Unternehmen entstehen und sein aus Bloggersicht lobenswerter und transparenter Umgang mit Kritik und juristischem Streit zu lesen sind. Das ist unter Umständen erstrebenswerter als ein eindeutiges Urteil zugunsten der Firma und gegen den Blogger. Denn heute heißt es nicht mehr: "Wir sehen uns vor Gericht." Sondern: "Wir sehen uns im Netz."
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(SZ vom 07.01.2010/joku)
Debatte über Urheberrecht
die einzig wahre Tatzenfirma, der führende deutsche Sportartikelhersteller usw.
Das Internet führt zu einer Demokratisierung, wie es keine der herkömmlichen Revolutionen geschafft hat. Daher haben ja auch Gegner der Demokratie ein großes Interesse an Verboten und Verteufelung des Internets. Wenn das nichts hilft, werden natürlich alle Maßnahmen unterstützt die Informationsflut derart auszudehnen, dass der Vernetzungseffekt ins Leere läuft.
Das Internet kann (bisher) im Gegensatz zu den herkömmlichen Medien (Ausnahmen bestätigen die Regel:o) nicht von Werbekunden, Parteien und Religionen gesteuert werden. Daher können dort Informationen auftauchen, welche man nicht aus den "klassischen" Quellen erhalten kann.
Den Unternehmen (deren jung-dynamischen Pressereferenten) kann man nur raten: Ruhe bewahren, vernünftig diskutieren. Oder man endet wie oben genannte. (Manche werden immer wieder kritisiert und reagieren auch nicht über.)
Das "Neue" am Web 2.0 ist halt nicht nur der Rückkanal (den gibt es schon seit der Kundenhotline), sondern wie richtig dargestellt die neue Öffentlichkeit, d.h. die offene Kommunikation der Kunden (bzw. aller Beteiligten) untereinander. Das betrifft nicht nur die Blogs, sondern auch Bewertungsportale, Youtube, Chatforen, Twitter etc.
Ein unterhaltsamer Klassiker ist nach wie vor das Youtube-Video "United Breaks Guitars" mit über 7Mio Hits: http://www.youtube.com/watch?v=5YGc4zOqozo
Das daraus nicht nur eine Bedrohung entsteht, gegen die sich Konzerne mit geeigneten Mitteln wehren müssen, ist eigenlich offensichtlich, kommt aber leider in dem Artikel m.E. ein wenig zu kurz. Ich zitiere aus dem PR-Forum: "Wenn Sie als Organisation intern eine Schlaftablette sind, wird das in Web 2.0-Zeiten halt schneller offensichtlich."
Im Artikel klingt doch klar an, dass die Firmen Recht haben und die Blogger im Unrecht sind.
Blogger sind doch alles Schmutzfinken, die sich nicht an journalistische Grundregeln halten und die mit ihrem Geschmiere die Menschen davon abhalten, seriöse Zeitungen zu lesen.
Wer Sarkasmus findet...
Jetzt wäre es noch schön gewesen, Beispiele zu bringen, aber das traut sich die Redaktion wohl nicht? Es gab im Oktober eine gewaltige Blogger-Initiative gegen die Abmahnpraxis der Fa. Jack Wolfskin gegen verschiedene Bastlerinnen, die auf Zierdecken u.ä. Katzenpfoten einstickten, gegen die J. Wolfskin juristisch mit Abmahnungen überreagierte und ihnen die Verwendung JEGLICHER Tatzenmotive verbot. Das Ergebnis ist bekannt, J. Wolfskin musste zurückrudern, und zwar kräftig.
http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,655890,00.html