Internet-Überwachung BND klinkt sich bei deutschen Providern ein

Was treiben ausländische Terroristen? Der Geheimdienst BND greift auch Daten bei deutschen Anbietern wie 1&1, Freenet und Strato ab, um das Internet zu überwachen.

Der Bundesnachrichtendienst, kurz BND, überwacht das Internet mit einem Staubsauger. Er hat im Jahr 2011 fast 2,9 Millionen E-Mails, SMS und Datenverbindungen überprüft, etwa auf geheime Schlüsselwörter. 290 Treffer sind dem Dienst zufolge "nachrichtendienstlich relevant" gewesen.

Der Spiegel zitiert nun ein dreiseitiges Schreiben "zur strategischen Fernmeldeaufklärung", das von Bundeskanzleramt und Bundesinnenministerium abgezeichnet sein soll. Darin führt der BND dem Bericht zufolge 25 Internet-Service-Provider auf, von deren Leitungen er am Datenknotenpunkt De-Cix in Frankfurt einige anzapfen soll. Die Firma De-Cix betont stets, dass ausländische Geheimdienste keinen Zugang haben.

In dem Papier sind laut Spiegel neben ausländischen Netzen auch sechs deutsche Firmen aufgelistet: 1&1, Freenet, Strato AG, QSC, Lambdanet und Plusserver.

Aufgabe des BND ist die Auslandsaufklärung. Daten deutscher Staatsbürger werden nach Angaben des Geheimdienstes herausgefiltert. So seien etwa E-Mail-Adressen mit .de-Endung tabu.

Auf Spiegel-Anfrage wollte sich der BND zu den Einzelheiten des Papiers nicht äußern. Alle Maßnahmen entsprächen jedoch den gesetzlichen Rahmenbedingungen.