iCloud Vorsicht vor Apples Wolkenträumen

Steve Jobs will es seinen Kunden einfach machen und nun auch die kompletten Inhalte von iPhone und Co verwalten. Das ist bequem - doch Nutzer sollten bedenken, dass Apple auch andere Ziele verfolgt.

Ein Kommentar von Thorsten Riedl

Wie kompliziert das doch manchmal ist: Mal liegt die Musik, die man gerade hören will, auf der Festplatte des Computers zu Hause, mal auf dem Handy oder dem MP3-Player. Aber nie dort, wo sie sein soll. Viel Zeit braucht es inzwischen, um Musik, Fotos, Filme oder Dokumente von A nach B zu kopieren.

Wie verlockend hört sich die Lösung an, die Apple nun vorschlägt: Speichert eure Daten bei uns - wir kümmern uns um den Rest. Klingt einfach, bedeutet aber nichts weniger, als dass man den Schlüssel über sein digitales Leben aus der Hand gibt.

Keine Frage: Die Zukunft liegt in der "cloud", in der Wolke. So wird im Jargon der High-Tech-Branche das Internet bezeichnet. Statt Dateien selbst zu verwalten, kann man das einer Firma überlassen, die sie in ihrem Rechenzentrum speichert und zum Herunterladen bereithält.

Apple ist spät dran mit dieser Erkenntnis; Google, Microsoft, sogar Amazon waren schneller. Das Angebot bietet Chance und Risiko: Bei den Profis sind die Daten zwar geschützt - aber auch Angriffen krimineller Banden ausgesetzt. Der Diebstahl von Millionen Kundendaten bei Sony zeigt, wo das enden kann.

Selbst wenn dieser Fall nicht eintritt: Wer seine Daten anderen überlässt, verliert die Kontrolle darüber. Heute will ein Internetkonzern wie Facebook schon, dass jeder Nutzer sich mit seinen Hobbys offenbart, wenn er dort seine persönliche Seite einrichtet.

Künftig sind diese Firmen darauf aus, mehr darüber zu erfahren, welche Musik jemand besitzt, welche Filme oder Fotos. So lassen sich umfassende Kundenprofile bilden - ein Albtraum für Datenschützer. Angebote wie die von Apple vereinfachen das digitale Leben. Nutzen sollte sie nur, wer sich auch der Risiken bewusst ist.