Frankreich Geldstrafe für Google

Umstrittener Umgang mit Nutzerdaten: Google soll in Frankreich Strafe zahlen.

Informiert Google seine Nutzer ausreichend darüber, wie ihre persönlichen Daten verwertet werden? Im Streit mit dem US-Konzern verlangt die französische Datenschutzbehörde jetzt eine Geldstrafe - die höchste, die sie jemals angeordnet hat.

Frankreichs Datenschutzbehörde CNIL hat Google mit einer Geldstrafe von 150.000 Euro belegt, weil der US-Konzern die französischen Datenschutzgesetze nicht einhalte. Das Internet-Unternehmen muss darüber hinaus binnen acht Tagen eine Stellungnahme zu der CNIL-Entscheidung auf seiner französischen Homepage veröffentlichen. Die Geldstrafe sei die höchste, die je von der Behörde verhängt worden sei, teilte die CNIL mit.

Der Grund für die Strafen: Google kann seit 2012 die Aktivitäten seiner Nutzer in der Suchmaschine, beim E-Mail-Dienst Gmail, dem Sozialnetzwerk Google+ und anderen Angeboten wie Youtube verfolgen. Dadurch kann das Unternehmen Nutzerprofile erstellen, die es ermöglichen, die Nutzer mit gezielter Werbung zu erreichen. In etlichen anderen europäischen Ländern, darunter auch in Deutschland, steht Google deswegen ebenfalls in der Kritik.

Die CNIL hatte Google aufgefordert, die Internetnutzer in Frankreich über den Umgang mit den persönlichen Daten zu informieren. Außerdem sollte das Unternehmen die Zustimmung der Nutzer einholen, bevor es sogenannte Cookies auf deren Computern ablegt, die das Surfverhalten verfolgen und so gezielte Werbung ermöglichen.

Google hat sich bislang geweigert, auf die französischen Forderungen einzugehen. Das US-Unternehmen berief sich darauf, die EU-Regeln zum Schutz der Privatsphäre einzuhalten.