Ehemalige Siemens-Sparte Gigaset will Smartphones bauen

Gigaset-Chef Charles Fränkl will in das Smartphone-Geschäft einsteigen.

(Foto: oh)
  • Die ehemalige Siemens-Festnetzsparte Gigaset will 2015 ins Smartphone-Geschäft einsteigen.
  • Die Geräte sollen zum Großteil in einem Gemeinschaftsunternehmen in China hergestellt und entwickelt werden.

Warum Gigaset ins Smartphone-Geschäft einsteigt

In diesem Jahr soll es endlich so weit sein: Als erster deutscher Hersteller wird die ehemalige Siemens-Festnetzsparte Gigaset ins Smartphone-Geschäft einsteigen. "Letztes Jahr wurden weltweit etwa 60 Millionen neue Schnurlostelefone verkauft. Wir liefern davon immerhin gut ein Drittel aus. Zur gleichen Zeit wurden aber mehr als eine Milliarde Smartphones vertrieben. Das ist der große Unterschied", sagt Gigaset-Chef Charles Fränkl im SZ-Interview.

Mit wem das Unternehmen zusammenarbeitet

Hergestellt und entwickelt werden die Geräte zum Großteil in einem Gemeinschaftsunternehmen in China. Partner ist der neue Gigaset-Haupteigentümer Pan Sutong aus Hongkong. Der schillernde Milliardär, der auch Rennpferde züchtet und edle Bordeaux-Weine sammelt, war 2013 bei Gigaset eingestiegen. Inzwischen besitzt er drei Viertel der Anteile.

"Dank seines Engagements haben wir das Unternehmen komplett entschuldet und unser Eigenkapital aufgestockt. Ohne ihn könnten wir nicht ins Smartphone-Geschäft einsteigen", sagt Fränkl. Nachdem Siemens 2008 das Unternehmen an einen Finanzinvestor verkauft hatte, ging es Gigaset viele Jahre schlecht.

Wie es für Gigaset weitergeht

Fränkl hatte den Chefposten bei Gigaset vor drei Jahren übernommen und sich seither auf die Suche nach einem Investor gemacht. Wenn Pan Sutong nicht eingestiegen wäre, sagt Fränkl, "dann wäre es sicherlich, na sagen wir einmal, interessant geworden. Es ist auf jeden Fall besser, dass wir jetzt nicht mehr völlig alleine im Wind stehen."

Die neuen Smartphones sollen in China gefertigt werden. Bleibt Gigaset dann überhaupt noch mit seiner Produktion in Bocholt? "Niemand kann in die Zukunft blicken, aber ich gehe davon aus", sagt Fränkl. "Derzeit haben wir bei Gigaset 1600 verschiedene Produkte im Angebot, da rechnet sich eine asiatische Fertigung nicht in allen Bereichen. Der Grundsatz lautet, je individueller ein Produkt ist, desto näher muss man am Kunden sein. Und die klassischen Gigaset-Kunden leben nun einmal in Europa."

Das vollständige Interview lesen Sie in der Montagsausgabe der Süddeutschen Zeitung oder in der Digitalausgabe.