Datenschutz-Panne bei Limousinen-Service Uber veröffentlicht Telefonnummern von Kunden

Uber hat erneut Probleme mit dem Datenschutz

(Foto: REUTERS)
  • Auf einer Webseite im Netz, die zum Limousinendienst Uber gehört, sind Listen mit Namen und Telefonnummern von Uber-Kunden aufgetaucht.
  • Aufgeführt wurde dort, welche Gegenstände die Kunden in den Autos Taxidienstes vergessen hatten.
  • Ein Unternehmenssprecher teilt mit, dass es sich um ein Versehen gehandelt habe.
  • Die Webseite ist mittlerweile offline.
Von Hakan Tanriverdi

Ein öffentlicher Datensatz, der Name und Telefonnummer enthält

Die Webseite gehörte zum umstrittenen Taxi-Dienst Uber - und war öffentlich. Jeder, der den Link kannte, konnte sie aufrufen - und dort einen kleinen Datenschatz finden: Aufgelistet wurden einige Kunden von Uber, die während der Fahrt mit einer Uber-Limousine ihr Handy, ihre Uhr oder andere Gegenstände verloren haben, berichtet das Magazin Vice. Aus Datenschutzgründen ist dabei besonders problematisch, dass sowohl Kundenname als auch dazugehörige Telefonnummer frei zugänglich waren. Mittlerweile ist die Seite nicht mehr abrufbar.

So reagiert Uber auf die Datenschutzpanne

Auf den Datensatz angesprochen, sagte ein Uber-Sprecher zu SZ.de, dass dieser nicht veröffentlicht werden sollte: "Uber bedauert, dass eine Übersicht mit verlorenen Gegenständen versehentlich vorübergehend öffentlich zugänglich gewesen ist", sagte er. Uber prüfe derzeit, wie es dazu gekommen sei, um sicherzustellen, dass ein solches Versehen nicht noch einmal vorkomme.

Uber wirbt seit Jahren mit seinem Online-Fundbüro

Bereits seit 2011 wirbt Uber damit, verlorene Gegenstände von Kunden zuverlässig an ihre Eigentümer zu übergeben. "Alle Daten, die wir sammeln, erleichtern es uns, Ihren Fahrer ausfindig zu machen und verlorengegangene Gegenstände wiederzufinden", erläutert die Firma. Auf diese Weise wurden Uber zufolge "bereits Tausenden Mitfahrern geholfen", so der Unternehmenssprecher. Kunden, die etwas in den Uber-Autos vergessen haben, können sich auf dieser Seite anmelden. Um diesen Link zu nutzen, müssen sich Nutzer zuerst anmelden. Anders der nun aufgetauchte Link, über den ihre Daten abrufbar waren: Er bot keinerlei Absicherung der Daten.

Es sollen vor allem Kunden aus Südkalifornien betroffen sein

Vice veröffentlicht Auszüge des Datensatzes. Darauf werden einige Gegenstände aufgelistet, die Uber-Kunden vergessen haben: Smartphones, Kreditkarten, Geldbeutel und Schlüssel gehören dazu. Viele der Nummern, die auf der Liste stehen, haben Vice zufolge Vorwahlnummern aus Südkalifornien. Aber es sind auch Kundendaten aus London erhalten, wie der Journalist Richard Gutjahr in seinem Blog berichtet. Er hat nach eigener Aussage mit einer Uber-Kundin aus London gesprochen.

Uber aus Datenschutzgründen wiederholt in der Kritik

Für den Fahrdienst ist diese Liste mindestens peinlich, für die Nutzer ärgerlich. Uber steht seit langem für seine aggressiven Geschäftspraktiken in der Kritik, insbesondere aus zwei Gründen: Ein Uber-Manager sagte, er würde kritische Journalisten am liebsten mit schmutzigen Details aus ihrem Privatleben zum Schweigen bringen. Zweitens, weil der Dienst über eine Funktion namens "God View" verfügte, mit der es möglich war, Uber-Kunden in Echtzeit zu lokalisieren.