Datenklau durch Hacker Millionen Handynummern von Snapchat-Nutzern veröffentlicht

Sicherheitslücke beim beliebten Messengerdienst: Hacker haben Daten von 4,6 Millionen Snapchat-Usern ins Netz gestellt. Damit wollen sie nach eigenen Angaben aber eigentlich nur helfen.

Unbekannte haben Nutzernamen und Telefonnummern von 4,6 Millionen Snapchat-Usern ins Netz gestellt. Um betroffene Nutzer vor Missbrauch zu schützen, haben die Hacker die letzten zwei Ziffern jeder Telefonnummer unkenntlich gemacht.

Snapchat ist ein Messengerdienst für Smartphones, den vor allem Jugendliche nutzen. Mit der Veröffentlichung der Daten verfolgen die Hacker nach eigenen Angaben keine bösen Absichten.

Stattdessen wollen sie auf den ihrer Ansicht nach problematischen Umgang von Snapchat mit Sicherheitslücken und Nutzerdaten hinweisen. "Unsere Motivation hinter der Veröffentlichtung war, die öffentliche Wahrnehmung für dieses Problem zu stärken und öffentlichen Druck auf Snapchat auszuüben, um es zu lösen", sagten sie The Verge.

Die Sicherheitsfirma Gibson Security hatte bereits im August eine mögliche Schwachstelle veröffentlicht, die es ermöglichen würde, binnen Minuten mehrere Tausend Telefonnummern in Snapchat einzuspeisen, um somit an Nutzernamen zu kommen.

Dieses Warnszenario erneuerte die Firma in der letzten Dezemberwoche. Daraufhin reagierte Snapchat mit einem Blogpost, in dem das Szenario als "theoretisch" beschrieben wurde. Die Entwickler bei Snapchat hätten demnach "zahlreiche Sicherheitsvorkehrungen" unternommen, um dieses Problem zu lösen.

Erst daraufhin veröffentlichten die unbekannten Hacker den Datensatz. "Snapchat hätte das relativ einfach verhindern können, indem sie auf die Versuche von Gibson Security, mit ihnen Kontakt aufzunehmen, geantwortet hätten", sagen sie.

Es ist unter Hackern gängige Praxis, Unternehmen auf technische Mängel hinzuweisen und ihnen anschließend Zeit zu geben, darauf zu reagieren. Erfolgt keine Reaktion, kann über eine Veröffentlichung externer Druck aufgebaut werden.

Snapchat hat sich bisher nicht zu dem Datenklau geäußert. Wer überprüfen will, ob unter den veröffentlichen Daten die eigenen sind, kann das mit der Eingabe seines Snapchat-Nutzernamens überprüfen.