Der Aufschrei der Nutzer hat nicht geholfen: Das Bundeskartellamt erlaubt Ebay, Kunden die Nutzung von Paypal vorzuschreiben - weil das Unternehmen nicht mächtig genug ist.
Das Bundeskartellamt leitet kein Verfahren gegen Ebay wegen des Zwangs zum hauseigenen Bezahldienst ein. Das teilte der Onlinehändler am Freitag mit. Grundlage für die Entscheidung seien Zweifel an einer marktbeherrschenden Stellung von Ebay, erklärte ein Sprecher des Bundeskartellamtes.
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Das Internetauktionshaus Ebay hatte im Februar seine Nutzungsbedingungen geändert. (© Foto: AP)
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Außerdem habe der Zwang, Paypal zu nutzen, für bestimmte Nutzer auch Vorteile. Einen Freibrief allerdings wolle man dem Unternehmen damit nicht erteilen, hieß es.
Im Februar hatte die deutsche Tochter des US-Konzerns mitgeteilt, dass künftig alle Nutzer mit weniger als 50 Bewertungen als eine Zahlungsoption Paypal anbieten müssen. Der Bezahldienst gehört seit 2001 zu Ebay und wirbt unter anderem damit, in Betrugsfällen Schutz zu bieten.
Keine marktbeherrschende Stellung
Dann sollen geprellte Käufer oder Verkäufer ihr Geld zurückbekommen. Weil mit Paypal aber auch recht hohe Gebühren auf den Händler zukommen, gab es eine Reihe von Beschwerden nach dieser Entscheidung.
In einem Brief an die Beschwerdeführer vom Bundeskartellamt heißt es nun, das Amt könne nur bei einem Verstoß gegen das Kartellrecht tätig werden. "In Frage kommt hier nur der Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung", steht in der Mitteilung. Es sei aber fraglich, ob bei einem Verfahren nur der Markt für Onlineauktionen betrachtet werden könne. Im weiter gefassten Internethandels-Markt hat Ebay einige Wettbewerber.
"Ebay hat Zahlen vorgelegt, die erwarten lassen, dass die Maßnahme die Zufriedenheit der Kunden bei der Nutzung der Plattform steigen lässt", heißt es weiter. Ebay betonte, Käufern biete Paypal Schutz, "wenn der Artikel nicht geliefert wird oder nicht der Beschreibung entspricht".
Lesen Sie hierzu Berichte in der Süddeutschen Zeitung.
- Neue Ebay-Regeln Wut über Paypal-Zwang 02.02.2010
- Neue Regeln beim Online-Auktionshaus Paypal-Pflicht bei Ebay 02.02.2010
- BKA zur Internetkriminalität Online-Diebe auf dem Vormarsch 08.10.2009
- Facebook-Währung Euro und Dollar sind out 20.07.2009
- Wirtschaft kompakt Finanzinvestor legt Angebot für Karstadt vor 23.04.2010
- Ebay-Urteil Im Zweifel für den Käufer 10.04.2010
- Ebay: Betrug mit Lidl-Tickets Tickets ins Nirgendwo 16.03.2010
(SZ vom 24.04.2010/rdl/joku)
Rekord in Deutschland
Die Abzocke und Gängelung durch eBay ist unerträglich geworden. Ich habe mir inzwischen hervorragende Alternativen gesucht: hood.de oder auvito.de oder ticketboard.de (bereich Eintrittskarten) stehen eBay in nichts nach, sind sogar kostenlos (damit in der Regel auch die Angebote/Auktionspreise).
Man kann nur hoffen, dass solche Auktionshäuser noch viel bekannter werden, damit der Abzocke und Gängelung durch eBay endlich Einhalt geboten werden kann.
Das Bundeskartellamt ist wohl auch im Gespräch mit Baufirmen, weil sie ihre Datenautobahn erneuern wollen, oder?
Aber nein, Ebay hat sicher keine marktbeherrschende Stellung im Bereich Online-Versand.
Dass Paypal einen Käuferschutz bietet halte ich für ein Gerücht. Ich durfte selbst erfahren, dass von Paypal eher der betrügerische Verkäufer geschützt wird als der Geschädigte. Seitdem ist Paypal für mich kein Thema mehr und es wird auch kein Thema mehr werden.