Apple-Rechtsstreit in Mexiko iFone gewinnt gegen iPhone

Da setzt es Spott und Häme: Eine Telekommunikationsfirma soll einen Verkaufsstop des iPhones in Mexiko erwirkt haben. Und Apple hatte den Rechtsstreit auch noch begonnen! Ein perfektes David-gegen-Goliath-Szenario. Doch ist es zu schön, um wahr zu sein?

Von Sophia Lindsey

Welches war noch mal die schönste Freude? Vorfreude, sagt Google, zumindest spuckt die Suchmaschine, als virtueller Publikumsjoker missbraucht, hierzu etwa 185.000 mehr Treffer aus als bei seinem Konkurrenten, der Schadenfreude. Vielleicht hat sie recht. Möglicherweise war die Vorfreude der Apple-Kunden auf das kürzlich erschienene iPhone 5 tatsächlich größer als die Häme, die sich jetzt auf Technikblogs und ausgewählten Twitterkanälen über den Konzern ergießt. Denn in Mexiko, heißt es dort, sei das sehnsüchtig ersehnte iPhone 5 gar nicht zu haben. Es dürfe überhaupt nicht verkauft werden! Der Grund: ein Rechtsstreit mit der Telekommunikations-Firma iFone, den Apple offenbar verlor.

Erst fehlt ein Stück des Apfels und jetzt auch noch ein Zacken in der Krone: Apple hat den Rechtsstreit gegen das Unternehmen iFone verloren.

(Foto: dapd)

Deutsch- und englischsprachige Quellen berufen sich auf die mexikanische Tageszeitung El Universal. Demnach hatte Apple den mexikanischen Telekom-Anbieter im Jahr 2009 verklagt, da die Namen iFone und iPhone zu ähnlich klangen. Doch iFone hatte seinen Markennamen bereits im Jahr 2003 registriert - etwa vier Jahre, bevor das Apple-Smartphone auf den Markt kam. Insgesamt dreimal versuchte der Großkonzern, gegen iFone vorzugehen. Immer wieder war er erfolglos, iFone darf weiter iFone heißen, nichts zu machen. Daran ändert auch das gerade gefällte Urteil eines Gerichts in Mexiko-Stadt nichts.

"Wer anderen eine Grube gräbt..."

"Ich kann mir meine Häme kaum verkneifen", kommentiert die Technikseite mobilegeeks, auf einer anderen Webseite heißt es: "Wer anderen eine Grube gräbt...". Spott und Spitzen überall. Kaum jemanden scheint der Kratzer im glanzweißen Lack des Unternehmens zu stören, dessen Geschäfte Assoziationen zu den Eissälen der Schneekönigin aus Andersens gleichnamigem Märchen wecken. "Nicht jeder lässt sich verapplen", lautet einer unter vielen Tweets, die hämisch über die Niederlage des Unternehmens herziehen. Und Rechtsstreitigkeiten, schreibt ein amerikanisches Technikportal, seien eben ein zweischneidiges Schwert.