Apple-Computer Zwei neue Mac-Trojaner aufgetaucht

Nachdem vor wenigen Tagen der Flashback-Virus für Schlagzeilen sorgte, entdecken Experten schon wieder Schadsoftware: Die beiden Varianten des "SabPub"-Trojaners sind für viele Nutzer zwar ungefährlich, die Zeit der Ruhe dürfte für Mac-Besitzer aber vorbei sein.

Der Mac hat seine Unschuld in Sachen Schadsoftware verloren: Inzwischen sind zwei weitere Trojaner für den Apple-Computer aufgetaucht, die beide Varianten des "SabPub"-Schadprogramms sind.

Wie die IT-Sicherheitsfirma Kaspersky Lab mitteilt verbreitete sich die erste SabPub-Variante über Word-Dokumente und nutzte eine Java-Schwachstelle unter Mac OS X aus, die nach einem Apple-Update aber nicht mehr besteht. Als Thema der Word-Texte werde oft Tibet oder der Dalai Lama gewählt. Sie soll offenbar gezielt verwendet worden sein, um tibetische Aktivisten auszuspionieren.

Die zweite Version verbreitet sich laut Kaspersky durch präparierte Webseiten. Mit SabPub soll ein Botnetz aufgebaut werden, das unter anderem für Datenspionage benutzt werden kann. Allerdings wurde der Kommandoserver inzwischen offenbar abgeschaltet.

Langsam wirtschaftlich interessant

In den vergangenen Woche machte schon das Flashfake/Flashback-Botnetz Schlagzeilen, das mit seinen Schädlingen mehr als 700.000 Rechner infizierte, von denen 98 Prozent auf Mac OS X liefen. Kaspersky Lab-Gründer Eugene Kaspersky erklärte dazu, Cyber-Kriminalität sei ein Geschäft und das Geschäft folge immer dem Geld.

"Ab einem Marktanteil von fünf bis sieben Prozent - wie es derzeit für Mac OS X der Fall ist - kann das Ganze wirtschaftlich interessant werden." Dabei seien gerade Mac-Rechner verwundbar, da die Nutzer oft keine Sicherheitssoftware einsetzten. Weitere böse Überraschungen seien möglich, so der Firmengründer. Allerdings hat Kaspersky ein wirtschaftliches Interesse am Verkauf von Sicherheitssoftware.