Vergleichbare Abiturstandards Nur ein ganz kleiner Schritt

Eine Revolution ist es nicht, was die Kultusminister der Länder beschlossen haben: Von 2017 an sollen die Abitur-Prüfungen überall gleich schwierig sein. Doch die Teilnahme ist freiwillig - und damit fangen die Probleme erst an.

Ein Kommentar von Johann Osel

Die Kultusminister basteln an einem bundesweit vergleichbaren Abitur - das klingt wie eine Revolution. Denn Bildungspolitik ist bekanntlich eines der letzten Hoheitsgebiete, in denen die Länder Handschrift zeigen können; und die Konferenz der Kultusminister wirkt meist wie ein zerstrittener Haufen: Endlosdebatten und theoretische Papiere.

Nun soll sich was tun. Von 2017 an soll es Abitur-Standards geben, heißt es, die Prüfungen dann überall gleich schwer sein. Ein erster Schritt ist das. Aber sicher keine Revolution.

Die Minister hatten gar keine andere Wahl: Der öffentliche Druck auf das 16-gliedrige Schulsystem wächst. Wenn der Lernabstand zwischen Ländern Jahre beträgt, wenn Kinder bei Umzügen Klassen wiederholen müssen, wenn Abiturienten mit völlig verschiedenen Grundlagen an die Unis gehen - dann ist das nicht akzeptabel. Alle "wollen" sich nun bis 2017 an Standards orientieren.

Eine Vereinbarung "Einheitliche Prüfungsanforderungen" der Kultusminister gibt es aber längst, allerdings wird sie von den meisten ignoriert. Prompt betonen Länder mit leistungsstarken Schülern, ihr Niveau werde nicht sinken; und Länder, die bei Tests eher schlecht abschneiden, beruhigen: Unser Abitur wird nicht schwieriger.

Es wird also nicht der föderale Flickenteppich entsorgt - es werden nur ein paar hübsche Fäden eingewoben, sie machen ihn etwas ansehnlicher.

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