Tipps fürs Studium Trotz verpatzter Prüfungen zum Uni-Abschluss

Zwei Mal durch die Abschlussprüfung gerasselt - das ist kein Grund zu resignieren. Denn es gibt Möglichkeiten, wie man doch noch das Studium schafft.

Von Christine Demmer

Drei von vier Bachelor-Studenten glauben fest daran, dass sie ihr Studium erfolgreich zu Ende führen werden. Tatsächlich droht die Zwangsexmatrikulation wegen wiederholt unzureichender Prüfungsergebnisse nur den wenigsten Studierenden. Und selbst dann ist noch nicht alles verloren: Angesichts der Unterschiede in den einzelnen Landeshochschulgesetzen und der durchaus vorhandenen Spielräume der Universitäten gibt es meist noch einen alternativen Weg zum Traumberuf.

"Bei uns ist es die absolute Ausnahme, dass jemand durch die Bachelor-Prüfung fällt", sagt Elke Fahl, Studienberaterin an der Hochschule Hannover. Von nicht bestandenen Master-Arbeiten habe sie überhaupt noch nicht gehört. Der Grund sei die gute Betreuung durch die Lehrenden: Die sei an der Fachhochschule "viel intensiver und persönlicher" als an Universitäten.

Was zumindest die Zeppelin-Universität in Friedrichshafen nicht auf sich beziehen dürfte, denn auch hier sind noch alle Studenten spätestens im zweiten Anlauf durchs Examen gekommen. "Der baldige Absolvent forscht an einer Fragestellung, die ihn wirklich interessiert", vermutet Vizepräsident Karsten Rosemeier als Ursache. Und nicht zu vergessen: die gute Betreuung durch die Wissenschaftler.

Eine hohe Abbrecher-Quote ramponiert das Image

Es verwundert allerdings nicht, mit welcher Geschmeidigkeit die Hochschulvertreter der Frage nach einem möglichen Umschiffen der Exmatrikulation auszuweichen suchen. Denn eine hohe Zahl von Studienabbrechern aufgrund misslungener Prüfungen ramponiert das Image und verschlechtert die Ausgangsposition bei der Erneuerung der Akkreditierung von Studiengängen. Viel lieber als auf Auswege in letzter Minute verweisen die Schulen deshalb auf Vorbereitungskurse und individuelle Studienberatung, mit denen sie die Zahl der zwangsweise Entlassenen auf ein Minimum drücken wollen.

Dennoch kommt es immer wieder zu Tragödien. Die meisten Landeshochschulgesetze schreiben vor, dass nach zweimaligem Durchfallen das gewählte Fach nicht mehr studiert werden darf. Anders in Trier: Hier dürften die Wirtschaftsstudenten bis zu vier Mal antreten. In Sachsen droht das Aus nach dem dritten erfolglosen Versuch.

"Für die Zulassung zur dritten Prüfung muss man einen Antrag stellen", sagt Matthias Schwarzmüller, Leiter des zentralen Prüfungsamtes der philosophischen Fakultäten an der Universität Leipzig. Dem werde auch in der Regel stattgegeben. "Wenn die Arbeit allerdings drei Mal vergeigt wurde, hat sich das Studium erledigt."

Jedenfalls im Prinzip, denn nach einer Zwangsexmatrikulation darf dasselbe Fach in Deutschland nicht noch einmal in Angriff genommen werden. Schwarzmüller rät in einem solchen Fall zu ein wenig Flexibilität. "Neben dem Kernfach gibt es einen Wahlbereich. Wenn nun ein Student mehrere Module im Wahlbereich belegt hat, dann könnte er das Studium neu beginnen, indem er den Wahlbereich zum neuen Kernfach erklärt. Dann kann er sich sogar die bestandenen Module aus dem im letzten Schritt nicht bestandenen Kernfach anrechnen lassen."