Schule im Ausland Manchen Kindern fällt der Übergang in die Regelschule schwer

Am Ende jedes Schuljahrs bekommen die Kinder ein Zeugnis. Die Schulbehörden in Deutschland erkennen es zwar nicht an, "aber sie orientieren sich daran", versichert Bischoff. Auch den Schulen dienten in der Regel die Empfehlungen der Pädagogen der Deutschen Fernschule als Orientierung, fügt er hinzu. Dennoch verlangen manche bei der Einschulung in Deutschland einen Aufnahmetest. Obwohl sie damit kaum das messen können, was Schulleiter Bischoff als die größere Hürde beim Übergang vom Heim- in den Schulunterricht bezeichnet: "Es ist das Soziale, der Umgang miteinander. Wir hören oft, dass einigen Kindern die Integration in die Regelschule, in den Klassenverband schwerfällt." Dieses Thema können allenfalls die Eltern positiv beeinflussen.

Die Betreuungslehrer hingegen - angestellte, verbeamtete oder pensionierte Pädagogen, die auf Honorarbasis für die Fernschulen tätig sind - beobachten vor allem den Lernfortschritt. Sie sprechen auch die für deutsche Eltern so wichtige Empfehlung für den Übertritt auf eine weiterführende Schule aus. Anja Zibell leitet das Fernlehrwerk für deutsche Schüler im Ausland beim ILS Institut für Lernsysteme in Hamburg. Dieses bietet Fernunterricht in allen Schularten an. Kann jeder im Ausland lebende Deutsche sein Kind für den gymnasialen Zweig anmelden? "Nein", sagt die Soziologin. "Wenn uns ein Zeugnis der Klasse vier vorliegt, dann gehen wir nach den Noten. Sonst folgen wir den Empfehlungen der Fernschule oder der Grundschule, die das Kind absolviert hat." Das ILS sei zwar ein gewinnorientiertes Unternehmen. "Aber wir sind auch den Schulbehörden gegenüber verantwortlich. Und wir wollen das Kind weder über- noch unterfordern."

Fernschulen - die drei Anbieter im Überblick

An der Deutschen Fernschule in Wetzlar werden Schüler der Klassen eins bis vier in Deutsch, Mathematik, Sachkunde, Englisch und Kunst unterrichtet. Kinder ab fünf Jahren können virtuell zur Vorschule gehen (www.deutsche-fernschule.de).

Am Hamburger ILS Institut für Lernsysteme kann man in allen drei Schularten die Klassen fünf bis zehn besuchen. Unterricht gibt es unter anderem in Deutsch, Mathematik, Englisch, Französisch, Latein, Geschichte, Politik, Erdkunde, Physik, Chemie, Biologie, Religion, Ethik, Kunst, Musik. Das ILS bereitet auf externe Hauptschul- und Realschulabschlussprüfungenvor (www.ils.de).

Die Flex-Fernschule in Breisach-Oberrimsingen macht 14- bis 20-Jährige fit für den Hauptschulabschluss. Sie belegen die Fächer Deutsch, Mathematik, Englisch, Gemeinschaftskunde/Wirtschaftslehre, Biologie/Chemie, Physik, Erdkunde, Geschichte, Ethik, Musik (www.flex-fernschule.de).

Aktuell nehmen 382 Kinder und Jugendliche in aller Welt am Fernunterricht des Instituts in den drei Schularten Mittelschule, Realschule oder Gymnasium teil. Wenn nicht der Arbeitgeber die Kosten übernimmt, müssen die Eltern bis einschließlich der vierten Klasse den Unterricht selbst bezahlen. Erst von der fünften Klasse an gibt es staatliche Förderung. In der Sekundarstufe I kostet der Fernunterricht zwischen 2340 und 2580 Euro im Schuljahr. Einzelfächer kann man für 360 bis 480 Euro pro Schuljahr buchen.

Eine solche Wissensergänzung leisten sich viele Eltern, deren Kind eine internationale Schule besucht und tagsüber viel Englisch spricht. Damit Kinder wie Alisa ihre Muttersprache nicht ganz verlernen.

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