Förderprogramm für Spitzenforschung Kritik an der neuen Hochschul-Exzellenzinitiative

  • Bund und Länder haben sich auf Details zum Hochschul-Förderprogramm der Exzellenzinitiative geeinigt.
  • Die dritte Runde soll 2019 starten, die Ausschreibung dazu bereits in diesem Sommer.
  • Kleine Unis sorgen sich, dass nur die großen Hochschulen profitieren.
Von Ulrike Nimz, Berlin

"Es ist ein guter Tag für die Wissenschaft." Das sagte Bundesbildungsministerin Johanna Wanka am Freitag in Berlin. Und der Tag war noch nicht vorbei, als klar war: Diese Ansicht teilt in der Wissenschaft nicht jeder. Im Januar hatten die Gespräche über eine neue Runde der Exzellenzinitiative hinter verschlossener Tür begonnen. Nun haben sich Bund und Länder auf Details des Förderprogramms für Spitzenforschung geeinigt.

Demnach soll die dritte Runde der Initiative 2019 starten, die Ausschreibung dazu bereits in diesem Sommer. Künftig wird es nur noch zwei Förderlinien geben: bis zu 50 Forschungs-Cluster, für die 385 Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung stehen, und acht bis elf Exzellenz-Universitäten mit gut 148 Millionen Euro Förderung. Bis 2028 sollen fünf Milliarden fließen. Neu ist, dass der Bund auf Basis des geänderten Grundgesetzartikels 91b dauerhaft in die Förderung von Exzellenzuniversitäten einsteigt. Alle sieben Jahre sollen die Premium-Hochschulen evaluiert werden. Bei schlechtem Zeugnis droht das Ende der Förderung.

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Unis müssen sich weiter mit kühnen Zukunftskonzepten übertreffen

Was aber ist übrig vom heiß diskutierten Imboden-Gutachten? Anfang des Jahres hatte eine Kommission um den Physiker Dieter Imboden Vorschläge zur Neugestaltung der Initiative unterbreitet. Eine Exzellenzprämie anstelle der üblichen Anträge wird es schon mal nicht geben. Zwar sollen vergangene Leistungen stärker berücksichtigt werden, ferner bleibt es aber dabei, dass Universitäten sich gegenseitig mit kühnen Zukunftskonzepten übertreffen müssen.

Umgesetzt wird die von Imboden vorgeschlagene Universitätspauschale von bis zu einer Million Euro für erfolgreiche Cluster. Auch deren verlängerte Förderung von sieben Jahren ist neu - und umstritten. So warnt der Dachverband der verfassten Studierendenschaften (fzs) vor der Installation eines Zweiklassensystems, beklagt, dass die Förderung der Graduiertenschulen für den wissenschaftlichen Nachwuchs entfällt. Die Bildungsgewerkschaft GEW bezeichnete die Neuauflage der Exzellenzinitiative gar als "Kardinalfehler". Nötiger als weitere Projektgelder sei eine bessere Grundfinanzierung.

Die Angst, dass große Universitäten künftig über das Maß profitieren könnten, geht um. Es ist wohl kein Zufall, dass Wanka bald ein weiteres Förderprogramm auflegen will, das kleineren Unis und Fachhochschulen zugutekommen soll.

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