Uni Regensburg Semesterticket wird doch teurer

Ein Bus auf der Steinernen Brücke in Regensburg

(Foto: dpa)

Blamables Vorgehen an der Uni Regensburg: Zwar kommt das Semesterticket nun endlich, doch es folgt einem völlig anderen Modell als geplant. Es wird deutlich teurer.

Von Wolfgang Wittl

Der 16. November sollte ein guter Tag für die Regensburger Studenten werden, zumindest war das der Plan: Ein halbes Jahr lang hatten sie mit dem Regensburger Verkehrsverbund (RVV) und den Bahngesellschaften um ein neues Semesterticket gerungen, endlich konnten sie einen Kompromiss präsentieren. Niemand würde das Gesicht verlieren. Und das Beste: Die Lösung sollte drei Jahre Bestand haben. Doch nicht mal einen Monat später lässt sich festhalten: Es blieb beim Wunsch. Vielmehr haben sich die Regensburger Studenten gründlich blamiert, wie einige von ihnen einräumen.

Zwar gilt die Laufzeit für das neue Ticket weiterhin drei Jahre - nun allerdings für ein völlig anderes Modell. Am Donnerstag votierte der Verwaltungsrat des Studentenwerks einstimmig für ein einheitliches Semesterticket zum Preis von 72 Euro, so wie es die 28.000 Studenten in einer Internetbefragung plötzlich mehrheitlich gefordert hatten. Damit folgten die Studierenden just dem Vorschlag des RVV, den sie im Sommer noch entschieden abgelehnt hatten. Bisher kostete das Semesterticket 49 Euro, eine Steigerung um fast 50 Prozent sei völlig inakzeptabel, hieß es damals.

Gleichwohl sagte den Studenten diese Lösung jetzt mehr zu als jene, die ihre Vertreter "bis an die Grenzen psychischer und physischer Belastungsfähigkeit" ausgehandelt hatten. Diese unterschied zwischen Vorlesungszeit (59 Euro) und vorlesungsfreier Zeit (optional weitere 25 Euro).

Selbst der von Studenten monatelang vorgebrachte Einwand, das Ticket dürfe aufgrund rechtlicher Bedenken keinesfalls mehr als 63 Euro kosten, spielte nun offenbar keine Rolle mehr. Die nötige Zustimmung des Wirtschaftsministeriums gilt als Formsache.

Fazit: RVV und Bahngesellschaften haben sich komplett durchgesetzt. Die Lokalpolitiker freuen sich, dass ein Vorzeigeprojekt weiterläuft. Nur die Studenten sind dort gelandet, wo sie nie hinwollten - und haben nebenbei ihre Verhandlungsführer brüskiert. Bis in drei Jahren soll der Ticketpreis auf 79 Euro steigen. Danach wird neu verhandelt.