Tipps für die Städtereise Transport, Essen und Trinken

Hier finden Sie Olaf Przybillas Empfehlungen für Essen und Trinken, für den kleinen Hunger zwischendurch und für Ihren Weg durch die Stadt.

In der Fürther Straße residierte der Versandhändler Quelle (Archivfoto vom Mai 2002) - zumindest, bis die Firma zugrunde ging. Doch Currywurst gibt es hier noch immer. Und die schmeckt sogar richtig gut.

(Foto: dpa)

So kommen Sie durch die Stadt:

Mit der U3, die ohne Fahrer auskommt. Vom Hauptbahnhof einfach die U-Bahn nehmen und dann gerne aussteigen am schönen Kaulbachplatz gleich hinter der Burg. Übrigens: Selbst wer nicht U-Bahn fahren will, weil er sich nur die Altstadt anschauen mag, sollte trotzdem einmal mit diesem Ding durch den Tunnel fahren. Zumindest mit Kindern: Diese einfach ganz vorne an die Scheibe stellen, dahin also, wo man üblicherweise einen Fahrer erwarten würde. Ein Spaß.

Damit sollten Sie unbedingt fahren:

Mit der Buslinie 36. Nürnberger sagen: Die ist fei so wie die Touristen-Linie 100 in Berlin. Möglicherweise ist das unwesentlich übertrieben. Diese Linie 36 aber verbindet immerhin das Doku-Zentrum mit dem Rathaus, anschließend hat man schon mal einen Eindruck. Übrigens auch davon, dass der Krieg wirklich verdammt gewütet hat in dieser Stadt.

Wenn Sie hungrig sind, probieren Sie unbedingt:

Kleine Würstchen.

Das schönste Café:

Das Cafe Wohlleben. Ein Beweis dafür, dass es das Schlechteste nicht ist, wenn eine Stadt schon zu DDR-Zeiten gute Beziehungen in den deutschen Osten gepflegt hat. Im Wohlleben backen ziemlich coole Ostjungs einen Kuchen, der definitiv verboten gehört. Löbleinstraße 60. Neuerdings ebenfalls zu empfehlen: Die Schaffensschwestern, die ungefähr so sind, wie sie heißen. Und wie übrigens auch ihr Cafe heißt. Hallerstraße 31.

Das beste Restaurant:

Die wunderbare Trattoria Germania: schnörkelfrei, unprätentiös, handwerklich tadellos. Auf besonderen Gästewunsch imitiert das Personal auch gerne mal fränkische Übellaunigkeit - ganz großes italienisches Theater. Insgesamt Nürnberg von seiner entspanntesten Seite, nichts für Schnösel. Oder mit Müntefering zu sprechen: Essen gut, Wirtsleute gut, Gäste gut. Pirckheimerstraße 39. Es geht übrigens auch deutlich ambitionierter in Nürnberg, wer's braucht. Steht aber in jedem Reiseführer.

Der Imbiss für unterwegs:

Die Currywurst im Salon Regina, Fürther Straße 64. Wenn man nach drei Tagen Nürnberg dann doch mal genug hat von den vielen kleinen Würstchen. Currywurst passt angeblich nicht nach Franken? Wer je in der Fürther Straße in Nürnberg stand, in der Straße also, in der einst Triumph Adler, dann AEG und inzwischen auch Quelle zugrunde gegangen ist - der wird das Ruhrgebiet für einen schicken Feine-Leute-Flecken mit Tendenz zur Vollbeschäftigung halten. Currywurst passt also definitiv zu Nürnberg.

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