Für die Franken ist es ein Schock: Dürers Selbstbildnis muss nun doch in München bleiben. Die Abgeordneten sind fassungslos und murren offen.
Am Ende wurde es zur geheimen Kommandoaktion: Am Freitag nahm ein Expertenteam in der Münchner Alten Pinakothek Albrecht Dürers "Selbstbildnis im Pelzrock" von der Wand, löste es aus dem Rahmen, nahm die Glasscheibe ab und untersuchte jedes Detail. Am Dienstagabend ging der Bilderkrimi weiter.
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Der Streit um das Dürer-Gemälde ist beendet: Das Bild bleibt in der Alten Pinakothek in München. (© Alessandra Schellnegger)
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Vor dem Gemälde kam es zu einem hochkarätigen Gipfeltreffen: Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU), Kunstminister Wolfgang Heubisch (FDP) und Vertreter der beiden Museen aus Nürnberg und München trafen sich in der Alten Pinakothek. Danach war die Sache klar: Dürers Selbstbildnis muss in München bleiben, weil eine Ausleihe und ein Transport nach Nürnberg zur großen Dürer-Ausstellung im Mai unverantwortlich wäre. Die Nürnberger tragen die Entscheidung mit.
Noch am Mittwochvormittag ist es nur der kleine Kreis, der von der für die Franken frustrierenden Nachricht weiß. Auch die Landtagsabgeordneten, die sich zur Sitzung des Wissenschaftsausschusses schon in aufgeladener Stimmung einfinden, ahnen nichts. Dabei hatte sich nahezu der gesamte Landtag in seltener Einmütigkeit hinter die fränkischen Ausleihwünsche gestellt. Es gibt fast gleichlautende Dringlichkeitsanträge sämtlicher Fraktionen mit dem Wunsch, das Bild dem Germanischen Nationalmuseum zu überlassen.
Vertreter aller Parteien legen sich in der Debatte noch einmal für Franken ins Zeug, dann meldet sich der Minister Heubisch und macht mit ein paar dürren Sätzen klar, dass dem schon längst die Geschäftsgrundlage entzogen ist: "Das Germanische Nationalmuseum wird unter diesen Voraussetzungen die Ausleihe nicht weiter verfolgen." Die Abgeordneten reagieren fassungslos: "Ich find's unerhört", tobt Grünen-Mann Sepp Dürr und greift den anwesenden Chef der Staatsgemäldesammlung Klaus Schrenk frontal an: "Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht."
Dürrs Angriff richtet sich auf ein Detailergebnis der Untersuchungen. Die haben neben der Tatsache, dass das Bild nicht transportfähig ist, auch ergeben, dass ein Riss in Dürers Gemälde nicht auf die letzte Ausleihe nach Nürnberg von 1971 zurückzuführen ist, wie es Schrenk als Beleg für drohende Gefahren angeführt hatte. Er stammt aus der Zeit vor 1934.
Offenes Gemurre gibt es auch, als Heubisch den Franken ein Trostpflaster verspricht, "als Geste": Mit ihrer Nürnberger Eintrittskarte hätten diese auch ein halbes Jahr kostenlosen Zugang zur Alten Pinakothek in München - das ist nicht ganz die Lösung, die sich die Nürnberger vorgestellt hatten. "Ein Almosen" sei das, schimpft CSU-Fraktionsvize Karl Freller. Auch Finanzminister Markus Söder (CSU) aus Nürnberg findet das wenig überzeugend: "Machen Sie mal eine Straßenumfrage in Nürnberg, da werden Sie eine eindeutige Meinung haben." Ministerpräsident Horst Seehofer selbst hatte sich eigens noch mit dem Chef der Wittelsbacher, Herzog Franz, besprochen, deren Landesstiftung Eigentümer des Bildes ist. Am Mittwoch bemüht sich Seehofer dann um Nüchternheit im heiklen Streit. "Das Ergebnis ist so eindeutig, dass man das anders gar nicht verantworten könnte."
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OB-Kandidatin Nallinger
Die neueste Antwort
Ich bin für ein Herzogtum Franken mit Hauptstadt Bamberg.
in dieser Woche hat ein "Kulturredakteur" des BR als "Fachmann" der Bevölkerung im "B2-Tagesgespräch" erzählt, das Bild sei definitiv 1971 mit einer 15 cm langen Fuge aus Nürnberg zurückgekommen.
In "BR alpha" , dem "Bildungskanal", wird der Bevölkerung von einem "Historiker" etwas von einem ausgegrabenenem jahrtausendealten "bayerischen Maßkrug" mit "rautenartigen Verzierungen" erzählt. Ein anderer weiss von "bayerischen Steinzeitkalendern" zu berichten. Die "Bezirksheimatpfleger" werden von München über den "Bayerischen Heimatverein" zur "Geschichtspflege" gesteuert.
Der ganze von Napoleon künstlich zusammengeschusterte bayerische Pufferstaat ist auf ständiger Täuschung und Manipulierung der Bevölkerung aufgebaut. Der ganz natürliche Interessensgegenstatz zwischen dem nördlichem und dem südlichem Teil dieses wurstförmigen 12-Mio-Landes wird geleugnet.
Wegen der unzweckmäßigen Größe des Landes wird wohl in keinem anderen deutschen Gliedstaat so viel an der Wahrheit vorbeiformuliert, wie in diesem "Bayern".
Wer sich unbedingt noch als Franke, Bayer, Friese, Rheinländer oder sonstwas abgrenzen will, der soll in einen Trachtenverein eintreten und mit den Mitgliedsbeiträgen das Bild kaufen!
Mit Kultur gibt es immer das Problem, das sie von ihrem "angestammten" Platz wegwandern kann. Wie viele Kafka-Werke sind nicht in Prag? So gut wie alle!
Dieses Stammesdenken ist so vorgestrig und hinterwäldlerisch, dass ich nur den Kopf darüber schütteln muss, wie viel Geld dafür verschleudert wird!
Eine Schulleiterin verordnet, dass man nicht mehr "Tschüs" aber das mindestens genauso bescheuert klingende "Pfüati" gesagt werden darf.
Wer Wert darauf legt, der soll dieses ganzen Dialekt- und Provinz-Getue von eigenem Geld in seiner Freizeit betreiben. Dann bleibt es ganz ursprünglich aber muss nicht von der Allgemeinheit bezahlt werden!
solche Verhaltenmuster wie die Oberbayern und Münchner CSU Machtinhaber gegenüber den Franken an den Tag legen, bibt es nur bei Siegern, gegenüber einem Besigten, nach kriegerischen Auseinandersetzungen.
Franken vergesst nicht, dass Ihr über lange Jahrzehnte das darbende
Oberbayern und München, durchgefüttert habt, mit euer Industriealisierung und Eurem Fleiß. Das von den 18hunderter Jahren bis weit in die Neuzeit. Ihr habt irgendwann einfach vergessen, was die Oberbayern heute postulieren, wer die Musi bezahlt, der bestimmt was gespielt wird.
Bin ich im bayrischen Odenwald,oder Spessart unterwegs, so denke ich oft, ihr gehört halt nicht zu Oberbayern, so sehen auch eure Strassen und Infrastruktur, leider aus.
So denke ich,als Freund der Franken, basta.
Tja...
dann hätten sie es rechtzeitig restaurieren lassen sollen; ganz einfach.
Wenn man bedenkt, dass fast sämtlich Ausgaben für außeruniversitäre Forschung, Kultur und auch für Wirtschaftsförderung in Bayern nach München respektive Oberbayern gehen (von wegen "Hauptstadt"; wenn interessiert das eigentlich?), dann muss sich langsam allerspätestens jetzt fragen, ob die fränkischen Steuergelder nicht vll. auch einfach nicht transportfähig sind; auch ganz einfach.
Seit zweihundert Jahren wird alles was irgend von München verlangt wird dorthin abgeführt, Geld, Kunst usw.. Etz reichts! Wir sind im 21. Jh., verdammt. Die CSU-Bayern"garde", lol, interessiert das allerdings null. Wenn man schon alleine überlegt, was es ganz "Bayern" gekostet hat dieses Dorf München in diese "schöne" "Historismus""stadt" zu verwandeln, die jede aber auch jede erdenklich Förderung bekommt...
aber die fränkischen Städte...yohehehe, dos geht doch nicht, yohehehe, dos sind doch Franken...verdammte Rasissten.
Schon alleine, dass München drei große und drei kleine Unis hat und Nürnberg zwei Institütchen aus der Uni Erlangen ausgegliedert ist eine unglaubliche Frechheit.
Wie war das, wo war eines der ersten großen dt. Industriezentren, neben dem Pott und Berlin? Ach was Nürnberg/Fürth. Wo ging die "Kohle" hin? Ach was? Dreimal Raten?! Was wurde im 19 Jh. von Bayern in Nbg gebaut. LOL. Ein Bahnhof und ein Gericht. Dafür haben wir ja nun München, Krümel.
Ein anständiges Landessteuerrecht, eine grundlegende pol. Reform des Verhältnisses der Landesteile, eine gute Weile Oppositionsrolle für die opportunistischen und stets willfährig alle oberbayerischen Interessen und Wünsche abnickenden fränkischen CSU-Politiker und soetwas wie einen gerechten bay. Landesfinanzausgleich...alles Dinge die dringend nötig sind.
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