Streit in der CSU Weihnachten mit Panzer Horst

Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer: Nimmt seine Umgebung gerne unter Feuer.

(Foto: dapd)

Kurz vor Weihnachten verbreitet Horst Seehofer noch einmal Angst und Schrecken in der CSU. Die unfrohe Botschaft des Ministerpräsidenten: Es gibt Wichtigeres, als gemocht zu werden. Eine Wahl zu gewinnen zum Beispiel - zur Not auch mit Geschlossenheit wie sie Kasernenhöfe auszeichnet.

Eine Kommentar von Frank Müller

Es gibt Menschen, die Horst Seehofer derzeit nahezubringen versuchen, er solle doch mit den Leuten in seiner Nähe etwas pfleglicher umgehen. Das ist ungefähr genauso ergiebig, wie einem Achtjährigen zu erklären, warum der tolle ferngesteuerte Panzer aus dem Spielzeugladen kein schönes Geschenk ist.

Wo doch Kampfpanzer "Horst" mit seinem drehbaren Geschützturm und der beweglichen Kanone die gesamte Umgebung im Umkreis von 360 Grad so unter Feuer nehmen kann, dass danach kein Gras mehr wächst. Ganz zu schweigen von den leichtgängigen Ketten, die in jedem Gelände höchste Beweglichkeit garantieren.

Warum Panzer immerzu schießen müssen? Antwort: weil sie es können. Warum sich Ministerpräsidenten immerzu den Horst raushängen lassen? Genau: weil sie es können, weil sie es müssen. Was genervte Eltern und frustrierte CSU-Mitglieder damit eint, ist dasselbe Phänomen. Kaum will man es mal ein paar Tage ein bisschen nett und ruhig haben, rumst es schon wieder.

Befehlshaber und -empfänger

Jedoch, es gibt auch einen auffälligen Unterschied. Eltern können darauf bauen, dass das neue Spielzeug ab dem Dreikönigstag schon unterm Bett verstauben möge. Der echte Horst aber ist gekommen, um zu bleiben - das ist vielen in der CSU-Führung dieser Tage erschreckend klar geworden.

Dieser Horst wollte noch einmal vor dem Weihnachtsfest signalisieren, dass er Angst und Schrecken verbreiten kann, wenn nicht alles nach seinen Wünschen läuft. Für ihn, so seine unfrohe Botschaft, gibt es Wichtigeres, als gemocht zu werden. Eine existenzielle Wahl zu gewinnen nämlich, und zwar durch die Art von Geschlossenheit, wie sie Kasernenhöfe auszeichnet.

Das ist nicht nur der Grund für Seehofers Rundumschlag gegen Markus Söder und ein halbes Dutzend weitere CSU-Größen. Sondern auch der Grund dafür, dass sich Seehofer auch nach dem Zusammenprall weigerte, sich zu entschuldigen. Stattdessen legte Seehofer zunächst noch nach und machte klar, wer Befehlshaber und -empfänger ist.

So wird es nun weitergehen, wohl bis zur Wahl. Und danach gibt es wieder Weihnachtsfeiern, so wie zuletzt. Schenken werden Seehofers Gegner dem Parteichef dann nichts.