Landtagswahlkampf CSU schwelgt im Umfragehoch

Eine neue, von der CSU selbst in Auftrag gegebene Umfrage, räumt der Partei alle Chancen für die Landtagswahl ein. Sie sieht die CSU bei 47 Prozent. Die FDP würde dagegen aus dem Landtag fliegen. Auch für die Opposition sieht es nicht gut aus.

Von Frank Müller

Warum Dinge direkt sagen, wenn man sie auch aufs Schönste verschlüsselt zum Ausdruck bringen kann? Nach diesem Motto handelt die CSU derzeit bei ihrer Klausur im oberfränkischen Kloster Banz. Am zweiten Tag des Treffens tat die CSU zwar viel, um Erinnerungen an alte Kraft und die Zeiten der Alleinregierung zu wecken.

"Wir bleiben am Boden": Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (links) und Georg Schmid, Vorsitzender der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag, auf Kloster Banz.

(Foto: dpa)

Eine neue, von der CSU selbst in Auftrag gegebene Emnid-Umfrage, die Generalsekretär Alexander Dobrindt am Abend präsentierte, räumt der Partei alle Chancen für die Landtagswahl ein. Sie sieht die CSU bei 47 Prozent, ihren Koalitionspartner FDP mit drei Prozent außerhalb des Landtags. Das angestrebte Oppositionsbündnis von SPD-Spitzenkandidat Christian Ude würde mit insgesamt 40 Prozent den Machtwechsel klar verpassen (SPD: 21, Grüne: 10, Freie Wähler: 9), die Piraten wären mit 5 Prozent knapp im Landtag.

Für die CSU würde das eine absolute Mehrheit zwar nicht der Stimmen, wohl aber der Mandate im Landtag und damit eine Alleinregierung bedeuten. Doch in Banz wollte den naheliegenden Sprung, die absolute Mehrheit auch zum Wahlziel auszurufen, niemand machen. "Wir sind selbstbewusst, aber bleiben bescheiden", war das Äußerste, wozu sich CSU-Chef Horst Seehofer hinreißen ließ. "Wir bleiben am Boden."

Ähnlich verklausuliert äußerte sich Fraktionschef Georg Schmid: "Wir haben auch das Bedürfnis, noch weiter nach vorne zu gehen", sagte er zu den CSU-Werten. Seehofer meinte auch, er glaube weiter an die FDP. Zwar gab es auf den Fluren von Kloster Banz viel Geplänkel um diese Frage, aber die zurückhaltende Sprachregelung hielt quer durch die ganze Fraktion.

Dasselbe Spiel betrieb Seehofer auch in eigener Sache. Auch am Dienstag wollte er sich nicht endgültig erklären, ob er als CSU-Spitzenkandidat für die Wahl überhaupt zur Verfügung steht. Dabei hat die CSU in der Umfrage bereits die Werte abfragen lassen, wie Seehofer im direkten Vergleich gegen Ude abschneiden würde: Mit 54 zu 35 Prozent liegt Seehofer dabei klar vorne, bei den unter 30-Jährigen sind es sogar 63 zu 29. Doch Seehofer blieb dabei, dass er sich erst an diesem Mittwoch der Fraktion gegenüber erklären will.

Eine Überraschung wäre es dabei zwar nur noch, wenn er plötzlich unerwartet absagen würde. Aber davon geht niemand aus, auch Seehofer selbst meinte: "Die (also die Kandidatur) würde nicht einmal ich als überraschend betrachten." Es gehe ihm nicht um noch offene Bedingungen an die Fraktion, sagte er. "Ich hab' jetzt ein Gefühl dafür, was wir gemeinsam machen können", sagte er. "Lasst's uns einfach Zeit."

Schon den ganzen Tag über hatten Politikforscher in Banz die Hoffnungen der CSU angestachelt. Die Partei stehe in einem stabilen Korridor zwischen 46 und 47 Prozent, sagte der Chef des GMS-Umfrage-instituts, Helmut Jung.