Hersbruck Spaenle eröffnet Holocaust-Gedenkorte

In einer Feierstunde hat Kultusminister Ludwig Spaenle Holocaust-Gedenkorte in Hersbruck und dem benachbarten Happurg (beide Landkreis Nürnberger Land) eröffnet. Beide Gedenkstätten sollen an Zwangsarbeiter-Einsätze während der Nazi-Zeit erinnern. Eine Aussichtsplattform in Happurg ergänzt dabei einen am Ortsrand von Hersbruck errichteten schwarzen Kubus. Der Freistaat komme mit der Schaffung der Gedenkorte seiner "historischen Verantwortung nach", sagte Spaenle am Montag. Damit werde dauerhaft an die Verbrechen des Nationalsozialismus in Hersbruck und dem Stollen Happurg erinnert. Der Landtag verband die Eröffnung mit seinem alljährlichen Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Medieninstallation im Inneren des Hersbrucker Informationskubus, der sogenannten Blackbox, soll das Schicksal der 9000 Zwangsarbeiter wachhalten, die dort in einem Barackenlager von Juli 1944 bis zum Ende der Nazi-Diktatur im April 1945 untergebracht waren. Es war das zweitgrößte Außenlager des KZ Flossenbürg. Die Häftlinge waren damals zum Bau einer unterirdischen Flugzeugmotorenfabrik in Happurg gezwungen worden. Unweit des inzwischen zubetonierten Stolleneingangs sollen Informationsstelen, eine Vitrine mit einem originalen Bohrhammer und eine Audiostation die Erinnerung an die Opfer wach halten. Beide Gedenkorte seien als Einheit zu betrachten, hatte der Direktor der Stiftung Bayerischer Gedenkstätten, Karl Freller, zuvor betont.