Kandidatenaufstellung der Grünen Bause und Hartmann setzen sich durch

Bei der Kandidatenaufstellung der oberbayerischen Grünen stehen nur die beiden Spitzenkandidaten schnell fest - Margarete Bause und Ludwig Hartmann. Fraktionschef Runge wird dagegen bitter enttäuscht und auch um die besten Plätze für die Landtagswahl gibt es Gerangel.

Von Tina Baier

Fraktionschefin Margarete Bause und Ludwig Hartmann werden bei der Landtagswahl im September die Kandidatenliste der oberbayerischen Grünen anführen. Bause kandidierte am Sonntag in Rosenheim ohne Gegenkandidaten für Platz eins und bekam von den knapp 150 Delegierten 86,7 Prozent der Stimmen.

Für Platz zwei trat überraschend Sepp Dürr gegen Ludwig Hartmann, den energiepolitischen Sprecher der Partei, an. Anders als Dürr hatte Hartmann schon frühzeitig klar gemacht, dass er sich um den ersten Männerplatz bewerben will. Dürr, der eine sehr emotionale Rede hielt, für die er viel Applaus bekam, unterlag Hartmann dann aber deutlich mit 35,7 Prozent der Stimmen. Hartmann wurde von 62,9 Prozent der Delegierten gewählt. "Ich habe mich um Platz zwei beworben, damit jeder merkt, dass ich mir das zutraue", sagte Dürr, der mit einer Krebserkrankung kämpft. "Die Wähler sollen wissen, dass ich wieder da bin."

Demontage des Fraktionschefs

Bitter fielen die Wahlen für Fraktionschef Martin Runge aus, der nicht für Platz zwei kandidierte "um Jüngeren den Weg freizumachen". Ähnlich wie Landeschefin Theresa Schopper vor zwei Wochen bei den schwäbischen Grünen musste auch Runge erfahren, dass bei den Grünen eine Spitzenfunktion kein Garant für ein gutes Wahlergebnis ist.

Runge unterlag beim Kampf um Platz vier knapp dem Freisinger Christian Magerl. Magerl war selbst überrascht, aber glücklich: "So weit oben war ich noch nie", sagte er. Doch Runges Demontage ging noch weiter: Im Kampf um Platz sechs unterlag Runge erneut gegen den wenig bekannten Markus Büchler und musste dann auf Platz acht gegen drei Kandidaten antreten, die sich erst ausführlich vorstellen mussten, da sie vielen Delegierten unbekannt waren.

Die Delegierten schienen selbst ein wenig erschrocken zu sein, dass sie Runge so weit nach hinten befördert hatten und wählten ihn mit 94 Prozent der Stimmen auf Platz acht. "Ich weiß, dass ich mir mit meiner kritischen Haltung zum Euro-Rettungsschirm für Griechenland nicht nur Freunde gemacht habe, sagte Runge. Manche an der Basis werfen Runge auch Annäherungsversuche an Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger vor.

Trotz des schlechten Ergebnisses blieb Runge gelassen: Ihm sei egal, ob er auf Platz vier, sechs oder acht kandidiere, sagte er. Tatsächlich können die oberbayerischen Grünen relativ entspannt sein: Schon jetzt sind neun Abgeordnete aus dem Bezirk im Landtag und wenn die Umfragen zutreffen, die den Grünen bei den Landtagswahlen 14 Prozent prognostizieren, dürften es noch mehr werden.

Gerangel bei den Frauen

Trotz dieser komfortablen Situation gab es auch bei den Frauen harte Duelle um die vorderen Plätze: Auf Platz drei setzte sich Claudia Stamm überraschend deutlich gegen ihre Konkurrentin Helga Stieglmeier aus Erding durch, die sich durch ihr Engagement gegen die dritte Startbahn auf dem Münchner Flughafen einen Namen gemacht hat. "Es ist enttäuschend, aber damit muss man leben", sagte Stieglmeier nach der Wahl.

Claudia Stamm hatte in ihrer Rede deutlich gemacht, dass sie die Grünen auf dem Land stärken will. Bei den Delegierten kam das offenbar gut an, zumal Stamm ihren Wahlkreis freiwillig von München nach Rosenheim verlegt hatte, um Südostbayern wieder zu besetzen, das nach dem Tod von Sepp Daxenberger verwaist war.

Keine allzu große Überraschung war dagegen die Wahl der Münchner Stadtchefin Katharina Schulze auf den fünften Platz der Kandidatenliste. Insgesamt wurde in Rosenheim deutlich, dass die grüne Basis mit einem gemischten Team aus erfahrenen und jungen Leuten in den Wahlkampf ziehen möchte