Gerhard Polt dreht neuen Film Bitterböses aus Freilassing

Niemand grantelt so schön wie Gerhard Polt, jetzt dreht der bayerische Kabarettist einen neuen Film. "Und Äktschn" spielt in Freilassing und soll im kommenden Jahr in die Kinos kommen. Das Thema: Natürlich kleinbürgerliche Abgründe.

Niemand grantelt so schön, niemand charaktisiert kleinbürgerliche Abgründe so gut wie Gerhard Polt. Und nun gibt es bald neuen Stoff: Der 70-jährige Kabarettist dreht einen neuen Film, die Dreharbeiten haben bereits begonnen.

Die Satire "Und Äktschn" spielt in Freilassing am Alpenrand. Der Film soll "ein bitterböses Porträt kleinbürgerlicher Abgründe und eine Real-Satire über Amateurfilmer" sein, teilte der Filmverleih Majestic mit. Polt spielt in seinem neuen Streifen den Amateurfilmer Hans A. Pospiech, dem es in erster Linie darum geht, seinen größten Konkurrenten, den Direktor des hiesigen Amateurfilmclubs, auszustechen. Es soll um Finanzjongleure gehen und um sozialen Neid in einer Kleinstadt.

Auch Gisela Schneeberger und Maximilian Brückner spielen in "Und Äktschn" mit. Das Drehbuch hat Polt gemeinsam mit Regisseur Frederik Baker geschrieben. Die Dreharbeiten sollen bis Ende Februar dauern.

Polt kam 1942 in München zur Welt, aufgewachsen ist er aber im Wallfahrtsort Altötting. Streng katholisch und tief schwarz. So hatte er schon früh Gelegenheit, die Abgründe bayerischer Befindlichkeit zu studieren. Altötting sei "sehr günstig", wenn man Komiker werden wolle, erklärt Polt gerne.

Nach dem Studium in München zog es Polt ins Ausland. Er studierte nordische Sprachen und lebte vier Jahre in Schweden. Danach arbeitete Polt zuerst als Dolmetscher, Übersetzer und Lehrer, bevor er 1976 in München erstmals als Kabarettist auftrat. Mit Preisen und Ehrungen wurde Polt danach geradezu überschüttet. Ab 1979 wurde die Sketchserie "Fast wia im richtigen Leben" im Bayerischen Fernsehen ausgestrahlt. Polt zeigt darin mit Gisela Schneeberger, die nun auch in "Und Äktschn" mitspielt, die Skurrilität des alltäglichen Lebens.

Bekannt sind auch Polts Kinofilme "Kehraus" (1983), "Man spricht Deutsh" (1988) und "Germanicus" (2004). In "Man spricht Deutsh" macht ein Ehepaar aus Ampermoching mit Sohn Heinz-Rüdiger Urlaub in Terracina am Mittelmeer - und dabei wird ihnen das Leben schwer gemacht. Eine typische Szene, die Eltern schreien über den Strand: "Heinz-Rüdiger, noch nicht ins Wasser, Heinz-Rüdiger, noch nicht ins Wasser, erst eincremen. Heinz-Rüdiger!"

Anlässlich seines 70. Geburtstages widmete das Literaturhaus München Polt eine Ausstellung, die seine besten Sketche zeigt. Wenn der Film "Und Äktschn" 2014 in die Kinos kommt, werden sicherlich noch ein paar mehr ausstellungswürdige Sprüche hinzukommen.