Garmischer Grundstückstreit Ski-WM: Ziel vor Augen

Im monatelangen Zwist um ein Grundstück an der Garmischer Kandahar-Piste hat sich nach Informationen der Süddeutschen Zeitung eine Einigung abgezeichnet. Gerade noch rechtzeitig vor der Ski-WM.

Von H. Effern und K. Riedel

Die alpine Ski-Weltmeisterschaft in Garmisch-Partenkirchen ist nach Angaben der Gemeinde gesichert. Am Freitag einigten sich die Kommune und der Grundstückseigentümer, der bis zuletzt die Nutzung seiner Wiese am Zieleinlauf der Kandahar-Abfahrt verweigert hatte, auf einen Kompromiss.

Im Vertrag nicht enthalten ist die Verwendung des Grundstücks für mögliche Olympische Winterspiele 2018. Beide Seiten sichern sich laut einer Mitteilung der Gemeinde aber Verhandlungsbereitschaft darüber zu.

Das etwa 4000 Quadratmeter große Grundstück im Zielhang der Kandahar-Abfahrt wird sowohl für die in einem Monat beginnende alpine Ski-WM als auch für mögliche Olympische Spiele gebraucht. Zuletzt war eine Einigung zwischen den Parteien vor allem daran gescheitert, dass der Grundeigentümer darauf beharrte, eine Ausschlussklausel für die Spiele in den Vertrag aufzunehmen. Die Gemeinde wollte ursprünglich aber nur einen Vertrag unterzeichnen, der auch Winterspiele 2018 einschließt.

Die beiden Parteien sollen sich nun darauf geeinigt haben, das Ziel etwa fünf Meter weiter talwärts und damit nicht mehr auf dem umstrittenen Grundstück aufzubauen. Dort müssen nun keine Betonfundamente gegossen werden, außer Sicherungsbauten soll auf der umstrittenen Wiese nichts errichtet werden. Die Wettkämpfer werden nur noch darüber ins Ziel jagen. "Wir freuen uns sehr, dass wir uns nun auf das Wesentliche, den Rennsport, konzentrieren können", sagte Organisationschef Peter Fischer.

In den Monaten zuvor hatte der Grundstückseigner Forderungen als Ausgleich für die Überlassung erhoben, die die Gemeinde als überzogen empfunden hatte. Der Konflikt hatte sich zugespitzt, als die Gemeinde die temporäre Enteignung und vorzeitige Besitzeinweisung für das Grundstück beim Landratsamt beantragt hatte. Zuletzt war am vergangenen Mittwoch ein Schlichtungstermin gescheitert.

"Das Besitzeinweisungsverfahren hat sich damit für uns erledigt, da der Breitensport sowie der Trainingsbetrieb für den Hochleistungssport und sämtliche Weltcup-Rennen sowie Weltmeisterschaften auf der Fläche für 23 Jahre gesichert sind", so Bürgermeister Thomas Schmid.