Der ehemalige Bischof zieht schon wieder um Eine Villa für Mixa

Villa statt Wohnung: Nach wenigen Wochen verlässt der ehemalige Augsburger Bischof das Kloster Fünfstetten und zieht um. Auch Messen hält Mixa wieder.

Von Stefan Mayr

Das Kapitel "Bischof Mixa in Fünfstetten" hat noch gar nicht richtig begonnen, da ist es schon wieder zu Ende. Der zurückgetretene Augsburger Bischof wird seine Wohnung im Franziskanerinnen-Kloster Fünfstetten (Landkreis Donau-Ries) nach wenigen Wochen wieder verlassen und in eine größere umziehen.

Seine neue Adresse soll die Villa Barbara in Gunzenheim bei Kaisheim sein. Nach Informationen der zuständigen Diözese Eichstätt hat die Kirchenverwaltung bereits beschlossen, das Haus an Walter Mixa zu vermieten. Wann er und seine Haushälterin einziehen, ist aber offen, da noch kein Mietvertrag geschlossen ist.

Das 280-Seelen-Örtchen Gunzenheim im Landkreis Donau-Ries gehört zur politischen Gemeinde Kaisheim und zum Bistum Eichstätt. Die Villa gegenüber der Wallfahrtskirche St. Thomas wurde vor 100 Jahren vom wohlhabenden USA-Auswanderer Maximilian Strasser aus Gunzenheim als Pfarrhaus gestiftet. Bis 1963 lebte dort auch ein Priester, doch seitdem ist das Haus aufgrund des Priestermangels unbewohnt.

"Jetzt endlich können wir den Stifterwillen wieder erfüllen", jubelt Pfarrer Wolfgang Woppmann vom Pfarreienverbund Wemding über Mixas Pläne. Die Villa wurde bislang sporadisch als "Beleghaus" für Seminare oder ähnliche Veranstaltungen genutzt. Nach Angaben der Diözese Eichstätt werden nach wie vor Räume für den Seniorentreff und den Chor zugänglich sein.

Pfarrer Woppmann bestätigt, dass Mixa im Kloster Fünfstetten bereits eine Sonntags-Messe gehalten hat. Zuvor hatte er schon in Herrieden und Neumarkt Gottesdienste gestaltet. Der emeritierte Bischof war im April wegen einer Prügel- und Untreue-Affäre zurückgetreten. Ihm wird vorgeworfen, im Kinderheim Schrobenhausen als Stadtpfarrer Jugendliche geschlagen zu haben und für Veruntreuung von Stiftungsgeld verantwortlich zu sein.

"Ich hoffe, dass er Leben ins Dorf bringt"

Dennoch plant Pfarrer Woppmann, Mixa künftig des öfteren als Seelsorger einzusetzen: "Ich würde mir wünschen, dass er Messen feiert", sagt Woppmann, "ich hoffe, dass er damit mehr Leben ins Dorf reinbringt." Dies geschieht in Absprache mit dem Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke. "Wie jeder Ruhestandsgeistliche kann er im Rahmen seiner Möglichkeiten und in Absprache mit der örtlichen Pfarrei seelsorgerisch tätig sein", sagt Martin Swientek von der bischöflichen Pressestelle.

Im Bistum Augsburg wird es dagegen in absehbarer Zeit keine Gottesdienste mit Mixa geben. Dies hatte der designierte Bischof Konrad Zdarsa bei einem Besuch in seiner künftigen Diözese klargestellt. Derzeit befinden sich sowohl Walter Mixa als auch Konrad Zdarsa auf Reisen. Der aktuelle Bischof von Görlitz traf am Mittwoch in Rom Papst Benedikt XVI., um mit ihm über seine künftige schwere Aufgabe am Lech zu sprechen. Zdarsa wird am 23. Oktober im Dom in sein Amt eingeführt, das Bistum Augsburg gilt seit der Mixa-Affäre als zerstritten.

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