CSU-Parteitag Seehofer zufrieden, Guttenberg beliebter als Söder

"Und das Leben ist trotzdem schön". Seehofer hat volles Verständnis für sein mittelmäßiges Wahlergebnis. Guttenberg bekommt deutlich mehr Stimmen als sein Rivale Söder.

CSU-Chef Horst Seehofer sieht die persönliche Betroffenheit bei der Verjüngung der Partei als einen Grund für den Dämpfer bei seiner Wiederwahl. "Wenn Sie so viel umkrempeln, entstehen Verletzungen", sagte Seehofer am Samstag nach dem CSU-Parteitag in Nürnberg. "Und das Leben ist trotzdem schön."

Fast die gesamte Parteiführung war bei den Vorstandswahlen mit schlechteren Ergebnissen als bisher abgestraft worden. "Das hat man zu respektieren", sagte er. "Ich kann für meine Person nur sagen, dass ich dies als ehrliches Ergebnis sehe. Ich bin zufrieden." Seehofer war mit 88,1 Prozent der Stimmen wiedergewählt worden - nach 90,3 Prozent im vergangenen Jahr.

Guttenberg beliebtester Kronprinz

Im inoffiziellen Beliebtheitswettbewerb der CSU-"Kronprinzen" hat Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg auf dem Parteitag in Nürnberg klar den Sieg davongetragen. Bei der Wahl in den CSU-Vorstand erhielt der 37-Jährige am Samstag 696 von 728 gültigen Stimmen.

Sein ärgster parteiinterner Kontrahent, Bayerns Umweltminister Markus Söder (CSU), bekam lediglich 434 Stimmen. Der 42-Jährige hatte beim Parteitag im Kampf gegen den Donauausbau eine klare Niederlage erlitten.

Sein Gegenspieler in dieser Frage, der niederbayerische CSU-Bezirksvorsitzende Manfred Weber, schnitt auch bei den Vorstandswahlen erheblich besser ab. Mit 607 Stimmen kam der 37-Jährige hinter Guttenberg auf Rang zwei. CSU-Chef Horst Seehofer maß den Abstimmungsergebnissen nur geringe Aussagekraft bei: "Das sind alle drei Leistungsträger." Er sehe hier kein Ranking. Außerdem sei die Beliebtheit doch ständig im Fluss: "Das kann in unseren dynamischen Welt in acht Tagen schon ganz anders sein."

Vier Stellvertreter wiedergewählt

Auch die vier Stellvertreter Seehofers wurden in ihren Ämtern bestätigt. Der Spitzenkandidat für die Bundestagswahl, CSU-Landesgruppenvorsitzender Peter Ramsauer, erhielt mit 78,9 Prozent der gültigen Stimmen ein deutlich besseres Ergebnis als bei seiner ersten Wahl zum CSU-Vize im Oktober 2008. Damals hatte er gut 67 Prozent bekommen.

Bayerns Landtagspräsidentin Barbara Stamm bekam 86,01 Prozent nach rund 87 Prozent bei der Wahl vor zwei Jahren. Der frühere Europaparlamentarier Ingo Friedrich erhielt 73,2 Prozent, vor zwei Jahren stimmten rund 74 Prozent für ihn. Für die bayerische Justizministerin Beate Merk votierten ebenfalls 73,2 Prozent - weniger als 2007 mit rund 79 Prozent.