Blamage für das Wissenschaftsministerium Oh, wie schön ist Niederfranken!

Wenn es um Franken geht, fallen oberbayerische Politiker gerne mit groben Patzern auf. SPD-Spitzenkandidat Ude hat sich mit Defiziten bei geografischen Fragen blamiert - allerdings nicht so sehr, wie das Wissenschaftsministerium.

Von Katja Auer

Wie hat sich Christian Ude seinerzeit mit seiner Unkenntnis über Franken blamiert. Da kommt der Münchner Oberbürgermeister daher, will Ministerpräsident für ganz Bayern werden und verlegt das unterfränkische Aschaffenburg nach Oberfranken. Und erzählt, dass Bamberg, das zwar bezaubernd, aber so ganz und gar nicht großstädtisch ist, 200.000 Einwohner habe.

Ude hat sich ausreichend auslachen lassen müssen, aber das ist Geschichte, und inzwischen scheint er auch nördlich von Allach ganz gut klarzukommen. Am Dienstag zum Beispiel hat der SPD-Spitzenkandidat einen fehlerfreien Auftritt bei den Nürnberger Freien Wählern hingelegt und sich Freunde bei den Franken gemacht, als er zum wiederholten Mal betonte, dass München wirklich keinen neuen Konzertsaal brauche. Nürnberg aber schon.

Einen Konzertsaal für Nürnberg - und einen für München - will auch Kunstminister Wolfgang Heubisch, Münchner wie Ude, und der erzählt dann oft, dass er total gerne in Nürnberg in die Oper gehe. Bei den Festspielen in Bayreuth ist er regelmäßig zu Gast, überhaupt scheint Heubisch in Franken richtig daheim zu sein.

Aber jetzt hat sich auch Heubisch bei den Franken so richtig zum Gespött gemacht. Er ließ vor etwa einer Woche die Internetseite www.study-in-bavaria.de einrichten, um ausländische Studenten für den Freistaat zu werben. Zehn gute Gründe für ein Studium in Bayern kann man da finden, zum Beispiel, dass es vom Wintersemester an keine Studiengebühren mehr gibt - obwohl die FDP sie behalten wollte, aber das steht da nicht.

Eine "kleine Landeskunde" gibt es auch, und dort ist zu lesen, dass Bayern sieben Regierungsbezirke hat. An erster Stelle: Niederfranken.

Niederfranken! Auf einer Internetseite der Staatsregierung. Gestern morgen scheint es dann jemand gemerkt zu haben, am Vormittag wurde aus Niederfranken doch noch Unterfranken.