Bischof Mixa und die Stiftungsgelder "Das war ein Fehler"

Bischof Mixa nimmt zu den Vorwürfen Stellung, Geld der Waisenhausstiftung Schrobenhausen nicht zweckmäßig verwendet zu haben - und spricht von Versäumnissen.

Das Bistum Augsburg kommt nicht zur Ruhe. Erneut muss sich Bischof Mixa erklären. Erneut geht es um die Katholische Waisenhausstiftung Schrobenhausen, dessen Stiftungsratsvorsitzender er von 1976 bis 1996 als Stadtpfarrer war.

Mixa war unter Verdacht geraten, Geld der Katholischen Waisenhausstiftung Schrobenhausen nicht dem Stiftungszweck entsprechend verwendet zu haben. Der Bischof soll in seiner Zeit als Stiftungsratsvorsitzender antike Möbel und Bilder im Wert von angeblich 70.000 Mark angeschafft haben. Für das Pfarrhaus, bezahlt aus Stiftungsvermögen.

Bekannt wurden die Vorwürfe, nachdem der Ingolstädter Rechtsanwalt Sebastian Knott am Freitag von "finanziellen Unregelmäßigkeiten" bei der Stiftung berichtet hatte. Der 33-Jährige wurde von der Waisenhausstiftung eingesetzt, um die Misshandlungsvorwürfe gegen Schwestern und den früheren Stadtpfarrer Mixa in dem Kinderheim aufzuklären.

In einer schriftlichen Erklärung nimmt Mixa zu diesen Vorwürfen nun Stellung - und räumt darin eigene Versäumnisse ein. "Tatsächlich ist es wohl mehrfach zu finanztechnisch unklaren Zuordnungen von Ausstattungsgegenständen zwischen Waisenhausstiftung und der Pfarrkirchenstiftung gekommen", ist dort zu lesen. Dabei sei es jedoch nicht um private Anschaffungen des Pfarrers gegangen, betont Mixa in dem Schreiben. Vielmehr handle es sich um "antiquarische Möbel und Ausstattungsgegenstände für die Kirche und den historischen Pfarrhof".

Einige dieser Gegenstände habe Mixa später, als er 1996 als Bischof nach Eichstätt umzog, "auf Wunsch der Stiftung persönlich übernommen und vollständig bezahlt".

Auch mit dem Wort "Fehler" lässt sich Mixa in dem Schreiben zitieren: Als Seelsorger und Priester habe er sich "nicht akribisch um finanztechnische Fragen gekümmert". Das habe er immer anderen überlassen. "Das war wahrscheinlich ein Fehler, den ich einräume und im Nachhinein auch bedauere". Doch seit dem Jahr 2000 seien alle "Unklarheiten" beseitigt.

Anwalt Knott kündigte bereits vor einigen Tagen an, bis Ende dieser Woche weitere Erkenntnisse zu veröffentlichen.