Berchtesgaden 24-Jähriger stirbt bei Lawinenabgang

Das tödliche Lawinenunglück kam im Frühherbst, gegen Ende September, und damit so früh wie noch nie zuvor seit Beginn der Aufzeichnungen des bayerischen Lawinenwarndiensts im Jahr 1991: Am Donnerstagnachmittag kam in den Berchtesgadener Alpen ein junger Niederländer ums Leben, der im Hagengebirge östlich des Königssees von einem Schneerutsch umgerissen wurde und beim Absturz über mehr als 60 Höhenmeter tödliche Kopfverletzungen erlitt. Polizei sowie Vertreter von Bergwacht und Alpenverein mahnen angesichts der Wetterlage zu großer Vorsicht in den Bergen.

Nach einigen vergleichsweise kalten und niederschlagsreichen Tagen liegt in den höheren Lagen schon einiger Schnee. An wärmeren und sonnigeren Herbsttagen, wie sie auch für die nächste Zeit vorhergesagt sind, kann sich dieser Schnee leicht lösen, weshalb in den Bergen weitere Lawinenabgänge zu befürchten sind. Einer von mehreren solchen Nassschnee-Rutschen in dem steilen und grasigen Gelände wurde am Donnerstag auch dem 24 Jahre alten Urlauber aus den Niederlanden zum Verhängnis, der mit seinen Eltern und einem Bruder und als letzter in dieser Gruppe von der Gotzenalm ins Landtal unterwegs war.

Das Unglück geschah auf einem Steig unterhalb der Laafeldwände auf etwa 1650 Metern Höhe. Seine Angehörigen kämpften sich zu dem Mann hinunter, konnten ihm aber nicht mehr helfen und mangels Mobilfunkempfang auch erst nach fast zwei Stunden einen Notruf absetzen. Die Leitstelle schickte die Berchtesgadener Bergwacht sowie mehrere Hubschrauber aus Bayern und Österreich los und alarmierte auch vier Teams mit Suchhunden, weil zunächst nicht klar war, ob die Lawine weitere Bergwanderer mitgerissen hatte.